Aus dem Niederländischen von Bettina Bach und Christiane Kuby. Als Tochter von Bootsflüchtlingen ist sie in einem unbekannten und eiskalten Land abgesetzt worden. Die elfjährige Nhung hat sich noch nicht daran gewöhnt, da ist ihr Vater schon wieder auf der Flucht. Das Mädchen steckt fest zwischen ihrer verzweifelten Mutter und dem Aberwitz des fremden Lebens. Das Einzige, was sie in dieser Welt voller Huren, Zahnpastaverkäufern und Spielsüchtigen hat, ist ihre blühende Fantasie. Sie glaubt sich auf dem Meeresgrund, umschlungen von Algen und unfähig, aufzutauchen. Und was soll sie auch an der Oberfläche? Seit ihr Vater verschwunden ist, liegt dauerhaft Schnee und die anhaltende Kälte drückt wie Eis auf die Herzen der Menschen. Nhung sucht nach Rettung und fragt sich, was es heißt, ein Vater zu sein. Kann ein Land ein Vater sein, kann eine Freundschaft ein Vater sein?
Katharina Borchardt hat einige kritische Anmerkungen zu machen zu Nhung Dams Debütroman, so hätte sie sich etwa eine straffende Hand gewünscht und eine stärkere Ausarbeitung einiger Motive im Text. Im Ganzen aber findet sie das Debüt erstaunlich in seiner märchenhaften, beinahe biblischen Bildlichkeit und durch die gelungene Einfühlung der Autorin in das Denken und Fühlen eines Mädchens, das in einem fremden Land aufwächst, ohne Vater und mit einer psychisch labilen Mutter. Die autobiografischen Erfahrungen der Autorin von Flucht, Fremdheit, Sehnsucht und Selbstermächtigung kann der Roman laut Rezensentin gut transportieren.
Auf Peter Praschl wirkt Nhung Dams Debütroman wie ein Meer mit Strudeln, Wellen und Untiefen, weniger wie ein Haus, das die Autorin Stein für Stein aufbaut. Reizvoll scheint ihm dieser eigenwillige Ansatz allemal, auch wenn er nicht zu sagen vermag, was der Text ist: Vatergeschichte, Coming-of-Age-Roman, Immigrantenroman. Die Erzählung einer jungen Migrantin aus Vietnam, die in Holland strandet, über die Fremde nachdenkt, den verlorenen Vater betrauert und über die Kälte in der Fremde staunt, überzeugt Praschl nicht zuletzt durch eine ans Fantastische grenzende bildreiche Sprache und Motivik.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…