Aus dem Französischen von Christian Wohlers. In diesem Werk thematisiert Descartes anhand einer Affektenlehre die Problematik der Wechselwirkung von Seele und Körper. Er reagiert damit auf bohrende Nachfragen Elisabeths von der Pfalz, die im Ausgang von ihrer Lektüre der "Meditationen" und der ihr gewidmeten "Principia" die Möglichkeit einer solchen Wechselwirkung - wie viele heutige Interpreten - nicht sehen konnte: Wie kann eine per definitionem unkörperliche Seele sich in einer substantiellen Einheit mit dem menschlichen Körper befinden? Es ist diese Frage, die Descartes in den "Passionen der Seele" zu beantworten sucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2015
Überraschend aktuell erscheint Rezensentin Ursula Pia Jauch Rene Descartes' Abhandlung zu den "Passionen der Seele", die nun in neuer Übersetzung und vorbildlicher Kommentierung vorliegen. Heute unter der Bezeichnung "Leib-Seele-Problem" bekannt, diskutierten bereits Descartes und seine Briefpartnerin Elisabeth von der Pfalz über die Frage, ob das Denken nicht auch Fühlen sein könne, berichtet die Kritikerin. Elisabeths Vorstellung einer psychophysischen Einheit scheint Descartes durchaus zu interessieren, dennoch bleibt er in seiner Abhandlung schließlich bei einem dogmatischen mechanistischen Körperverständnis, erklärt Jauch, die das Werk mit Gewinn gelesen hat.
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