Im Anhang: "Nach dreißig Jahren. Bemerkungen zu "Erkenntnis und Interesse"". Mit einem Nachwort von Anke Thyen. Die Wirkung der Schrift "Erkenntnis und Interesse" ging weit über die akademische Debatte hinaus und hatte auch unmittelbaren Einfluss auf den politischen Diskurs in den 70er Jahren. Denn die kritische Reflexion auf die vorgängig leitenden Interessen, die den Erkenntnisprozessen ihre Richtung geben, entzog der Kantischen Vorstellung den Boden, alle Erkenntnis beruhe allein auf der Selbstbestimmtheit des erkennenden Subjekts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2008
Als ersten "Bestseller" des Philosophen Jürgen Habermas stellt Rezensent Stephan Schlak dessen Arbeit "Erkenntnis und Interesse" vor, die nun in einer "schmucken" Neuauflage in der Philosophischen Bibliothek des Felix Meiner Verlags vorliegt. Neben der alten Replik ("Nach dreißig Jahren") des Denkers bietet der Band auch ein eingehendes Nachwort von Anke Thyen. Schlak hebt hervor, dass Habermas damit als "erster zeitgenössischer Philosoph" in das "grüne Meiner-Pantheon" einzieht. Eine Ehre, die seines Erachtens auch ihre Tücken hat. So lese man Habermas' "kritische Gesellschaftstheorie" nun selbst als "historisches Dokument einer versunkenen Zeit". Schlak erinnert an den Anspruch des Philosophen, mit seinem Buch aus der Tradition der großen philosophischen Texte auszubrechen. Vierzig Jahre später werde deutlich, dass Habermas inzwischen "selbst philosophisch museal" geworden ist.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…