Ein unwahrscheinlicher Sperrmüllfund vor dem Marbacher Literaturarchiv, der die Kulturgeschichte umschreiben wird: Anhand des nie gelesenen Tagebuchs und der Skizzenhefte von Ricarda Willimann lernen wir die keineswegs exemplarische Biografie einer vielseitig begabten, rastlosen Humoristin kennen, die in Fernsehstudios und Zeitschriftenredaktionen bleibende Spuren hinterlassen hat. Es wird klar: Das letzte halbe Jahrhundert der (nicht nur!) bundesrepublikanischen Comedy und Satire lässt sich ohne ihren Einfluss nicht erzählen. Ob in den 1980er-Jahren in der Redaktion der Titanic, die ohne sie nie entstanden wäre, in den Studios der TV-Spaßmacher oder als Ideengeberin des großen Loriot - es gibt kaum einen Bereich deutschsprachiger Humoristik, in dem sie nicht gewirkt hätte, bis sie ihre Karriere im Ausland krönte, wo sie unter anderem die Cartoonisten des New Yorker in der Kunst der Pointe unterwies.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2022
Einen "liebevollen Nachruf zu Lebzeiten" sieht Oliver Jungen in dem großen Editionsprojekt "Wer war ich?", das Karriere und Witz von Ricarda Willimann aufbereitet und sich zur Aufgabe gemacht hat, ihre Pionierleistungen auf dem Gebiet des deutschen Humors nachzuvollziehen. In sarkastisch-ironisierendem Ton wird leichte Skepsis des Rezensenten deutlich, ob Willimanns Leben und Wirken nun tatsächlich so pionierhaft war, aber so oder so, die Texte findet er, auch wenn der Witz sich irgendwann ein wenig erschöpft, ganz gut, noch besser gefallen ihm die Zeichnungen.
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