AUs dem Spanischen von Stephanie von Harrach. Die Geschichte eines Mordes. Der junge Polizist Pampa Asiain und sein Kollege Andrés Parra gehören zu der einsamen Polizeiwache in Monge, in der unendlichen Weite der argentinischen Steppe, wo anscheinend nichts passiert. Bis Pampa eines Tages per Telefon alarmiert wird, um nach Fischwilderern zu suchen - und den Körper einer jungen Frau findet, der an einem Baum in der Nähe des Sees aufgehängt ist. Pampa beschließt, zunächst niemandem davon zu erzählen, und harrt zwei Nächte in eisiger Kälte bei der Leiche aus. Er wartet, beobachtet. Der Mörder kehrt tatsächlich zurück, um die Leiche wegzubringen. Was ist wirklich mit Gretel passiert? Welche Rolle spielen Esteban, ihr Jugendfreund, und dessen Großmutter, die alte Schuldirektorin? Wie ist Pampa selbst, mit seinen Erinnerungen an die von Gewalt geprägte Kindheit, in das Geschehen verwickelt? Erzählt aus der Perspektive aller Beteiligten, entwickelt sich eine Geschichte, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse, Wahnsinn und Realität, Tod und Leben verwischen und die kalte, geheimnisvolle Landschaft eine Hauptrolle spielt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.05.2026
Rezensentin Sylvia Staude ist sich sicher: Ricardo Romeros "Ich bin der Winter" wird 2026 sowohl der "seltsamste" als auch der "poetischste" Roman seiner Art sein. "Krimihaltig" nennt sie diese Art und drückt damit aus, dass der Text nicht in der Genrebezeichnung "Krimi" aufgeht, dass hier mehr drin steckt, als nur die Geschichte eines Mordes an einer jungen Frau, Gretel, die der Polizist Asiain eines Nachts erhängt am Baum findet. Zum Beispiel verhält sich dieser Asiain ganz anders als man es von Polizisten, auch fiktiven, gewohnt ist: Er handelt nicht, er wartet, lange, bis der Mörder zurückkehrt und noch länger. Was ihn dazu bewegt, erfährt die Rezensentin nicht von Romero, ebenso wenig erfährt sie, weshalb die ermordete Gretel ihre Eltern anlog oder wieso sie so einsam war. Dieser Autor lässt vieles in der Schwebe, lesen wir. Seine kunstvoll schimmernde Sprache, die eher verschleiert als erhellt, erzeugt weitere Distanz, so dass Staude die wunderbar gezeichneten Figuren und ihr Handeln wie aus der Ferne beobachtet. Sich von diesem flimmernden Gewebe gefangen zu nehmen, hat definitiv seinen Reiz, findet die Rezensentin, muss am Ende aber zugeben: Ein kleines bisschen mehr Aufklärung hätte sie sich schon gewünscht.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Das große Buch vom Gemüse Herausgegeben von Odette Teubner, Andreas Miessmer und Hans-Georg Levin. In diesem umfangreichem Band findet sich das Wichtigste über Gemüsearten, Anbaumethoden, Garmethoden… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Ben Lerner: Transkription Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,…