Guillermo Martinez

Der langsame Tod der Luciana B.

Roman
Cover: Der langsame Tod der Luciana B.
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783821872001
Gebunden, 199 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Angelica Ammar. Ist ein virtuoser Kriminalschriftsteller auch ein perfekter Mörder? Als der argentinische Schriftsteller eines Abends die Tür öffnet, traut er seinen Augen nicht: Vor ihm steht Luciana, seine ehemalige Sekretärin. Aus der einstmals so attraktiven jungen Studentin ist eine totenblasse, ausgemergelte, ältliche Frau geworden. Noch unglaublicher sind die Ereignisse der vergangenen Jahre, von denen ihm Luciana erzählt: Zuerst ertrank ihr Verlobter auf rätselhafte Weise beim morgendlichen Schwimmen im Meer, dann starben ihre Eltern an einer Pilzvergiftung, und schließlich wurde ihr Bruder bei einem Raubüberfall brutal ermordet. Für Luciana gibt es dafür nur eine Erklärung: ein Rachefeldzug von Kloster, dem berühmten Kriminalschriftsteller, für den sie jahrelang gearbeitet hat und dessen erotische Avancen sie stets abgewiesen hatte ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2009

Angetan zeigt sich Rezensent Uwe Stolzmann von diesem argentinischen Kriminalroman von Guillermo Martinez. Die in Buenos Aires spielende Geschichte um eine Reihe von Todesfällen, in die ein berühmter Krimiautor, ein kaum bekannter Schriftsteller und eine einst schöne Frau, die für beide kurze Zeit als Sekretärin gearbeitet hat, verwickelt sind, hat seines Erachtens zwar einige Schwächen. Er moniert etwa die Konstruktion des Romans als willkürlich, die Stränge der Erzählung als verknotet. Zudem wird für seinen Geschmack ein wenig zu viel dramatisiert. Andererseits aber punktet Martinez bei Stolzmann mit durchgängig hoher Spannung. Der Autor überrasche, schockiere und wechsle immer wieder den Blickwinkel. Zudem sieht Stolzmann in "Der langsame Tod der Luciana B.? mehr als einen einfachen Krimi: einen "Dialog über die Grenzen unserer Wahrnehmung? und einen Essay über "Phantasie und Schuld?.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2008

Wie gut, meint Kersten Knipp, dass Guillermo Martinez ein so geschickter Konstrukteur und sein Text ein veritabler Krimi ist. Die von der Frage "Wahn oder Wirklichkeit?" geprägte Story über einen Schriftsteller, seine Sekretärin und den Tod unter ästhetischen Aspekten wäre mit ihrer Erörterung erzähltechnischer Verfahren aus Sicht der Rezensentin anderenfalls leicht auf dem längst abgegrasten Feld des Metafiktionalen gelandet. So aber kann Knipp einen rasch ansteigenden, weiten Spannungsbogen auskosten und neugierig die Auflösung erwarten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.05.2008

Großen Lesegenuss hat dieses kunstvolle kriminalistisch-literarische Vexierspiel Rezensentin Katharina Granzin bereitet, in dem es ihren Informationen zufolge um eine junge Frau geht, die fast ihre gesamte Familie verloren hat und ihren ehemaligen Arbeitgeber, einen Schriftsteller dafür verantwortlich macht. Virtuos im Unklaren lasse der argentinische Autor Guillermo Martinez nämlich, ob seine Protagonistin unter Wahnvorstellungen leide, oder der Schriftsteller ein genialer Verbrecher sei. Auch freut sich die Rezensentin an der genussvollen Art und Weise, mit der Martinez ganz in der Tradition von Jorge Luis Borges das Spannungsfeld zwischen Literatur und Verbrechen ausgelotet hat.
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