Die Entspannung, die dieses Buch für philosophisch Abgebrühte dem Rezensenten zunächst beschert, währt nicht lang. Die vermittelte beruhigende Einsicht, dass es den Gipfel der Erkenntnis als die eine, die "wahre Philosophie", nicht gibt, schreibt Martin Seel, werde vom Autor so weit getrieben, dass der Konflikt zwischen unterschiedlichen philosophischen Arbeitsweisen nachgerade unverständlich werde. Warum Seel letztlich dennoch von einem "subtilen wie witzigen Essay" sprechen kann, ist indes nicht ganz einsichtig - vielleicht, weil untergründiger Witz und Plausibilität einander nicht ausschließen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2000
Besonders begeistert scheint Gustav Falke nicht von diesem Buch zu sein. Zunächst erläutert er, dass es dem Autor darum geht, die Möglichkeiten verschiedener Perspektiven beim Blick auf das "Ganze der Wahrheit" auch auf die "philosophischen Lehren selber" anzuwenden und damit in den Relativismus einzuführen. Was dieses "Ganze" ist, hätte Falke aber doch gerne genauer erläutert gesehen, ebenso eine ausführlichere Behandlung der Frage, wie es überhaupt zu Perspektiven kommt. Zwar führe der Autors Aspekte wie "Wahl und Sprung und biographischem Zufall" an. Dies reicht Falke jedoch nicht aus, und so stellt er seinerseits die Frage, ob man Perspektiven selber wählen kann, wie viele es denn überhaupt geben mag und ob die "Fähigkeit zur Perspektivübernahme" erlernbar ist.
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