Robert Creeley

Alles, was es für immer bedeutet

Gedichte. Deutsch - Englisch
Cover: Alles, was es für immer bedeutet
Jung und Jung Verlag, Salzburg - Wien 2006
ISBN 9783902497147
Gebunden, 134 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen und mit einem Nachwort von Mirko Bonne. Wer auch nur ein Gedicht von Robert Creeley liest, weiß sofort, warum er überhaupt Gedichte liest, was er davon erwartet: vor allem Unmittelbarkeit. Dabei sind es gerade die Mittel - die Sprache, ihr Ton, ihr Takt, ihre Themen -, die das bewirken, was uns bei Gedichten anzieht. Die Gedichte Robert Creeleys sehen einfach aus, und oft sind sie es auch, ungeachtet ihrer Vielschichtigkeit. Lakonie und Umstandslosigkeit und ein fein austariertes Gleichgewicht zeichnet sie aus. Sie sind melodiös und taktvoll, weiträumig, offen und sehr klug. Man spürt sofort, dass dieser Mann etwas vom Leben verstanden hat, das uns alle betrifft, und es kann nicht verwundern, dass das in den letzten Gedichten, die er geschrieben hat und von denen diese Auswahl ausgeht, noch intensiver geworden ist. Die Verbindung von Leichtigkeit und Schwermut, Sinnlichkeit und dem daraus resultierenden Trost erinnert an - Mozart, warum nicht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2007

Hocherfreut ist Tobias Döring über diese "kleine, aber gehaltvolle Auswahl" von Gedichten aus dem Spätwerk des 2005 verstorbenen amerikanischen Lyrikers Robert Creeley. Er findet in dem "schönen" zweisprachigen Band knapp zwei Dutzend Titel aus Creeleys letzten zu Lebzeiten publizierten Bänden, "Life & Death" (1998) und "If I were writing this" (2003). Besonders hebt er Zyklen wie "Histoire de Florida", "Vier Tage in Vermont", "Die Hunde von Auckland" und "Bilder" hervor, die er als "poetologisches Vermächtnis" bezeichnet. In seiner Besprechung widmet er sich dann auch der Poetologie Creeleys. Seine Überlegungen zum Band "Echoes" fasst er dahingehend zusammen, dass in der Kunst Neues immer aus der Wiederholung eines Vorgegebenen entstehe, das sich eben durch die Wiedergabe wandele: "Selten ist dem Grundsatz aller Kunst", schreibt Döring, "so klare Evidenz gegeben worden wie in den Werken dieses amerikanischen Lyrikers." Gelungen scheint ihm im vorliegenden Fall auch die Übersetzung der Gedichte, die er als "kongenial" lobt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.01.2007

Meike Fessmann schafft es in ihrer nicht sehr langen Kritik, das Gefühl zu vermitteln, dass man sich in diesem Band auf die Spur eines großen Dichters begeben kann. Und das trotz eines etwas bedenklichen Zitats Creeleys, der einmal einem Indianer begegnete und in dessen Eins-sein-mit-sich-Selbst das Ideal seiner Lyrik erkannte. Zurück zur Natur? Edle Wilde? Die Zitate, die Meike Fessmann beibringt, beglaubigen den Anspruch einer selbstverständlichen Präsenz in Creeleys Lyrik: "Geh einen vorgegebenen Weg. / Du bist so sehr sein Fakt wie alles andere auch", heißt es etwa in einem Gedicht, das sehr schön Fessmanns These von einer unartifiziellen und doch wahrscheinlich über Jahre erkämpften Einfachheit der Gedichte Creeleys belegt. An Mirko Bonnes Übersetzung lobt die Rezensentin die "einfühlsame Nüchternheit".
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