Robert Harris

Angst

Thriller
Cover: Angst
Heyne Verlag, München 2011
ISBN 9783453267046
Gebunden, 384 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Wolfgang Müller. Zusammen mit seinem Partner, einem Investmentbanker, hat der geniale Wissenschaftler Alex Hoffmann eine revolutionäre Form des algorithmischen Aktienhandels entwickelt. Künstliche Intelligenz und das Sammeln von Angstparametern im globalen Internet werden zu einer hochgeheimen Software verknüpft, die mit geradezu unheimlicher Präzision die Bewegungen der Finanzmärkte voraussagen kann. Sein Hedgefonds mit Sitz in Genf macht Milliarden.
Eines Nachts überwindet ein unheimlicher Einbrecher die ausgeklügelten Sicherheitsanlagen seines Domizils am Genfer See und reißt ihn und seine Frau aus dem Schlaf. Damit beginnt ein Albtraum voller Paranoia und Gewalt, in dessen Verlauf Hoffmann mit wachsender Verzweiflung versucht, demjenigen auf die Spur zu kommen, der sein Leben zerstören will. Seine Nachforschungen konfrontieren ihn mit den elementarsten Fragen nach dem Wesen des Menschen. Am Ende jenes Tages werden die Finanzmärkte in Aufruhr und Hoffmanns Welt unsere Welt für immer eine andere sein.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2011

"Kein Wunder", findet Johan Schloemann, dass eine Verfilmung dieses Finanzkrisenthrillers bereits im Gange ist, die Zutaten böten sich ja regelrecht an: Ein unfassbarer, absurd aktiver Hedgefonds in der Schweiz hier, ein bewährter Krimifundus inklusive eines krachenden Showdowns dort. Und das vor vielsagender Genfer Kulisse, wo einst nicht nur der Roman "Frankenstein", sondern auch im benachbarten CERN das WWW entstand, beides Stichwortgeber für ein Monstrum von lernfähiger Software, das die internationalen Finanzmärkte analysiert, entsprechend handelt, dabei dem Nutznießer dramatische Summen aufs Konto spielt und schließlich außer Kontrolle gerät. Nur die Gewinnmaximierungsfähigkeit des Programms - die erlahmt nie. Der Rezensent hat sich prächtig unterhalten, eins ist ihm aber auch aufgefallen: für die Beschreibung der Finanzgeschehnisse müssen auch im 21. Jahrhundert noch die Metaphern des 19. Jahrhundert herhalten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2011

Für einen Finanzweltthriller bietet der nicht restlos aufgeklärte "Flash Crash" vom 06. Mai 2010 bestes Ausgangsmaterial, findet Hubert Spiegel und informiert über dessen Hintergründe: In wenigen Minuten brach der amerikanische Aktienmarkt dramatisch ein, nur um sich, nach dem bis dahin größten Transferaufkommen der Geschichte, im Nu wieder zu erholen. Über diese Minuten spekuliert Bestsellerautor Harris in seinem "routinierten Thriller", in dem ein arbeitslos gewordener Spezialist für Künstliche Intelligenz ein "Monstrum" von einer lernfähigen Software programmiert, das anhand der Analyse globaler Datenströme die Bewegungen auf dem Finanzmarkt treffsicher zu prognostizieren in der Lage ist. Spiegel erkennt darin einen "Frankenstein-Plot", der unschöne Einblicke in die Finanzwelt gestatte und diese mitunter auch erkläre. Ein pädgogischer Mehrwert, der allerdings nur zum Preis einiger Logiklöcher und eines "langatmigen, arg bemühten Showdown" komme.

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