Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. Michael Lewis enthüllt die Geschichte einer Gruppe genialer Wallstreet-Außenseiter. Sie haben herausgefunden, wie die Börse zum Vorteil von Insidern manipuliert wird, die ohne Risiko Milliarden absahnen und abends ohne eine einzige Aktie nach Hause gehen. Der Entschluss der "Helden": Sie schaffen ein paralleles System, das sich den raffgierigen "Flash Boys" in den Weg stellt. Lewis bringt Licht in die dunkelste Ecke der Börse. Seine filmreife Geschichte über den Kampf um Geschwindigkeit auf einem Markt, den zwar keiner sieht, aber der unsere Wirtschaft ernsthaft bedroht, bringt die Wall-Street zum Beben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.04.2014
Es ist keine Rezension, was Tobias Kniebe da schreibt, sondern der Versuch zu verstehen, was Hochfrequenzhandel ist und warum die alten Methoden der Börsenaufsicht nicht mehr ausreichen, um ihn zu kontrollieren. Dass Michael Lewis darüber ein Enthüllungsbuch geschrieben hat und damit ein Systemversagen gewaltigen Ausmaßes offenlegt, das FBI auf den Plan gerufen hat und gerade weltweite Aufmerksamkeit erregt, erwähnt Kniebe zwar. Über Recherchearten, Quellen und Methoden des Autors, und das wäre ja nicht minder interessant als das verbrecherische Tun der Herrscher der Black Boxes und Glasfaserkabel, erfahren wir aus der durchaus langen Besprechung leider überhaupt nichts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2014
Hannes Hintermeier deckt eine entscheidende Schwäche des Buches auf: Die Bösen kommen nicht vor, zumindest erhalten sie kein Gesicht. Dabei vermag der Autor Michael Lewis seinen guten Protagonisten sehr wohl Kontur zu verleihen, wie Hintermeier anerkennend feststellt. Dem Robin Hood des Börsenhandels, Brad Katsuyama etwa, der nicht nur eine Aufklärungskampagne gegen den im Buch verhandelten Hochfrequenzhandel und seine dunklen Zonen gestartet, sondern auch die Alternativbörse IEX gegründet hat. Damit fährt der Text laut Rezensent recht gut, wirkt spritzig und vor allem nachvollziehbar. Wer die Dunkelmänner im Geschehen sind, fragt sich Hintermeier dennoch dauernd beim Lesen. Das Gesellschaftsbild, das der Autor andeutet, scheint ihm so nicht komplett.
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