Anne T. berichtet als Insiderin aus der Welt des Investmentbankings. Zynismus, Zeitdruck, Emotionslosigkeit und Gier beherrschen die Abteilungen, in denen hochbezahlte Banker mit Derivaten schwindelerregende Konstruktionen strukturieren, die selbst das bankinterne Risikomanagement oft nicht versteht. Derivate, ähnlich denen, die jetzt zum Crash führten, wurden in Milliardensummen an naive Investoren verkauft. Ironischerweise waren gerade diese fragwürdigen und risikoreichen Angebote von Finanzpresse und Anlegern als große Innovation wahrgenommen worden. Lebendig, authentisch und aus erster Hand schildert die Bankerin die Diskrepanz zwischen Kundenorientierung und unersättlicher Profitgier, und was die Broker wirklich antreibt. Der Insiderbericht von Anne T. wirft neues Licht auf die Menschen und Mechanismen in der deutschen Bankenszene und durchleuchtet dabei auch die Strukturen, die für den internationalen Finanzcrash mitverantwortlich sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2009
Aufschlussreich, wenn auch mit "enormen Schwächen" ausgestattet, bilanziert Andreas Zielcke diese Abrechnung mit der Finanzwelt. Die Autorin, die unter dem Pseudonym "Anne T." schreibt, war unlängst noch selbst Brokerin im undurchschaubaren Kern des Finanzmarktes, wo Risiken auf wundersame Weise in Handelsgut verwandelt wurden, erklärt der Rezensent. Doch das, erfahren wir, wurde Anne T. irgendwann zu verwerflich, sie schmiss den hochbezahlten Job hin und verfasste dieses Buch. Zugesetzt hat ihr jene Erfahrung offensichtlich nicht, als gebrochene Figur zeigt sie sich nicht, stellt Zielcke klar. Dafür, so der Rezensent, präsentiert die Autorin dem Leser einen seltenen Einblick in das undurchschaubare Zentrum des Kapitalmarktes, dessen Risikokalkulationen nicht mal die Fondsmanager durchschauen. Sehr anschaulich findet der Rezensent die infantile und sexistische Mentalität in den Großraumbüros der Banker und Broker beschrieben und mit Begriffen wie Fat Tails, Volatilitäten, Garch und Hull um sich geworfen. Erklärungen zu den Mechanismen der Geldschöpfung oder Analysen fehlen ihm aber gänzlich. Und eine gute Schriftstellerin ist Anne T. für Zielcke noch lange nicht - ihre Sprache findet er im Gegenteil "grobschlächtig" und "auftrumpfend".
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