Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Hans Jürgen Balmes. Kalifornien ist die heimatliche Küste, von der Robert Hass aufbricht, um an die fernen Ufer Asiens zu stoßen und, zurückgekehrt, einen vom Zen gewandelten Blick auf alles Vertraute zu werfen. Wollte man eine Landkarte seiner dichterischen Herkunft zeichnen, so sähe sie vielleicht so aus: Von der kurzen Form des Haiku lernte Robert Hass die Unmittelbarkeit des dichterischen Bildes, von Ezra Pound den Versuch, die Sinnlichkeit vor der Abstraktion der Metapher zu retten, von W. C. Williams die Raffinesse der Einfachheit, von Whitman den epischen Atem und - mit Seitenblick auf Rilke - den hymnischen Gestus des Lobens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2006
Als "Lobpreis einer Demut gegenüber den schrecklichen und zugleich wundersamen Bedingungen unseres Daseins" versteht Rezensent Jürgen Brôcan die Gedichte des kalifornischen Dichters Robert Hass, die in einer Auswahl nun auf deutsch erschienen sind. Der auch einzeln erhältliche Band "Die Wünsche der Menschen" liegt jetzt vor als Teil der Lyrikkassette "Mein Gedicht ist mein Messer", die zeitgenössische poetische Ansätze vorstellt und neben Hass die Dichter Ralph Dutli, Lorand Gaspar und Les Murray würdigt. Brôcan sieht Hass der Kultur und Natur Kaliforniens verpflichtet, stellt ihn daher in eine Linie mit Dichtern wie Robinson Jeffers und Kenneth Rexroth. Die Gedichte kreisen nach Auskunft Brôcans vor allem um die Kleinigkeiten des Alltags, die Nuancen zwischenmenschlicher Gefühle und andere fragile Gebilde, die Hass in Beobachtung und Meditation festhält. Obwohl einige wichtige Gedichte fehlen, scheint Brôcan vorliegende Auswahl repräsentativ. Allerdings hätte er sich eine zweisprachige Ausgabe und eine etwas haltbarere Ausstattung des Bandes gewünscht.
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