Aus dem Englischen von Chris Hirte. Frank Macchiano ist ein geschiedener Kleinunternehmer, ein leidenschaftlicher Liebhaber und eine feste Stütze des Strandlebens von San Diego - der Mann vom Angelladen, den alle mögen und der immer noch gerne surft, obwohl er nicht mehr der Jüngste ist. Er ist auch ein Mafiakiller im Ruhestand: Frankie Machine, bekannt für gnadenlose Effizienz. Er hat das Geschäft hinter sich gelassen, und so soll es auch bleiben. Doch dann holt ihn die Vergangenheit ein: Jemand will ihn töten, und Frankie Machine muß ihn zuerst finden. Das Problem: Die Liste der Verdächtigen ist länger als die kalifornische Küste.
Tobias Gohlis stellt erst einmal grundsätzlich fest, dass allein schon die Vorstellung dieses Autors die Gründung der Suhrkamp Krimireihe zum lohnenden Unternehmen macht. Dessen "cooler Ton" und "bravourösen Twist" haben es Gohlis nämlich sehr angetan, den besonders die Schilderung der drögen Auswegslosigkeit des Mafialebens an diesem Kriminalroman hingerissen hat. Selten sei dieses Leben nämlich, das andere Romane stets als so glanzvoll feiern würden, "so präzise auf den Ekelpunkt" hin beschrieben worden. Lesern empfiehlt dieser Kritiker, "höllisch" aufzupassen. Denn der "lockere Ton", den auch der Übersetzer Chris Hirte zu wahren wisse, könnte zum Überlesen wichtiger Einzelheiten führen, die Don Winslow hier "tres nonchalant" aneinanderreihe. Ehe es Lunchtime sei, habe der anfangs so harmlose Held nämlich zwei Menschen umgebracht.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 28.11.2009
Rezensentin Katharina Granzin stellt sich Robert De Niro schon beim Wellenreiten vor. Die Verfilmung dieses "Mafia-Surf-Krimis" des von Granzin hoch geschätzten Don Winslow braucht sie allerdings gar nicht ungeduldig zu erwarten. Ebenso überflüssig findet Granzin Vergleiche mit Puzos "Der Pate", der Mutter aller Mafiaromane. Die vorliegende Lektüre reicht ihr voll und ganz. Nicht zuletzt weil Winslow sein augenzwinkerndes Spiel mit der berühmten Genrevorlage spielt. Winslows Timing, seine hoch präzise Sprache und sein "hauchzart überzeichnetes" Personal, das sei noch einmal betont, findet Granzin absolut originell.
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