Etliche durch den Menschen in Mitteleuropa ausgerottete Tierarten besiedeln seit einiger Zeit ihre angestammten Lebensräume neu. Manche Arten wandern vor allem aus osteuropäischen Gebieten zu oder verbreiten sich aus mitteleuropäischen Restbeständen neu - wie Bär, Elch, Wolf, Wildkatze und Fischotter. Andere Arten werden in erster Linie bewusst neu angesiedelt, wie Biber, Bartgeier, Waldrapp und Steinbock. Noch sind die neu entstandenen Populationen dieser Arten aber nicht stabil und oft weiter in ihrem Bestand gefährdet. Nur wenn Landwirte und Waldbesitzer, Jäger, Wanderer und sonstige Touristen ein ausreichendes Wissen über diese Tierarten haben und bereit sind, auf ihre Verhaltensweisen Rücksicht zu nehmen, wird "die Rückkehr der Wildtiere" von Dauer sein. Alle wichtigen Informationen über Biologie und Verhalten, Lebensraumansprüche und Verbreitungstendenz der bekanntesten Heimkehrer. Ein eigenes Kapitel widmet sich fremden Zuwanderern wie Waschbär, Munk und Goldschakal.
Wärmstens empfiehlt Rezensent Wolfgang Müller dieses "interessante Buch" über Wildtierarten in der schönen taz-Rubrik "Bücher für Randgruppen". Es geht, teilt er mit, um die Rückkehr von Arten, die man eigentlich für ausgestorben hielt. Der Autor habe unterschiedlichstes Material zum Thema zusammengetragen, "anschaulich vernetzt" und so "unverklärend" wie angenehm lesbar dargeboten. Dabei kämen auch historische und kulturgeschichtliche, sogar psychologische Aspekte des Zusammenlebens der einzelnen Tierarten mit dem Menschen zur Betrachtung. Besonders leuchtet dem Rezensenten das Argument des Biologen Robert Hofrichter ein, dass man Giftpilze ja auch nicht ausrotten würde, nur weil sie potenziell gefährlich seien. Auch gefiel Müller die Illustration des Buches und seines Themas durch historische, literarische und künstlerische Zeugnisse des Menschenblickes aufs Wildtier, Stiche aus Märchenbüchern mit Rotkäppchen und dem Wolf zum Beispiel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2006
Eberhard Rathgeb bietet in seiner als Besprechung von Hofrichters Buch "Die Rückkehr der Wildtiere" getarnten Naturkundestunde sein gesammeltes Wissen zum Leben des Braunbären auf, wobei er dahingestellt sein lässt, ob er die Informationen dem Buch entnommen hat. Immerhin weist er die Erkenntnis, dass der Bär eigentlich ein durchaus für den Menschen verträglicher Nachbar wäre, als Hinweis des Autors aus. Er hat das Buch also offensichtlich tatsächlich gelesen, aber mit welchem Gewinn, verrät seine Rezension nicht.
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