Seit der Wahl von Evo Morales zum Präsidenten Boliviens 2005 genießt das Andenland im Herzen Südamerikas internationale Aufmerksamkeit: Nichts weniger als eine Neugründung Boliviens versprach der indigene Präsident, der selbst aus ärmsten Verhältnissen stammt. Seither wurden die Energieressourcen nationalisiert, eine Landreform in Angriff genommen und eine außenpolitische Neuorientierung in die Wege geleitet. In der Koka- und Drogenpolitik wurde ein Paradigmenwechsel vollzogen, in der Gesundheits-, Sozial- und Bildungspolitik kam es zu wichtigen Reformen. Doch obschon Morales im August 2008 mit 67 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt wurde, stößt seine "demokratische Revolution" auf große Widerstände: Im September 2008 befanden sich die reichen Departemente im östlichen Tiefland am Rande eines Bürgerkriegs - und die Gefahr ist keineswegs gebannt. Interessen, aber auch Kulturen prallen aufeinander.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.05.2010
Rezensent Felix Ehring weiß Robert Lessmanns Buch über Juan Evaristo Morales, genannt Evo, und das "neue Bolivien" zu schätzen. Die Geschichte von Morales, der 2005 als erster Indigener zum Präsidenten Boliviens gewählt wurde, scheint ihm sehr erhellend, weil sie viel über das Land erzählt. Überzeugend schildert der Autor in seinen Augen die demokratischen Reformen, die Morales in den vergangenen Jahren gegen alle inneren und äußeren Widerstände durchgesetzt hat. Dabei gehe Lessmann auch ausführlich auf Geschichte und Kultur von der vorinkaischen Zeit bis in die heutige ein. Ehring schätzt den Autor als einen außergewöhnlich guten Kenner des Andenlands. Er bescheinigt ihm, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft des Landes "spannend zu beschreiben und Bolivien so zu erklären".
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