Robert Menasse, luzider Kritiker der österreichischen Verhältnisse, hat die Zweite Republik von ihren Anfängen an untersucht und kommentiert. Mit den vorliegenden Essays, aktualisiert und um neue Beiträge ergänzt, legt Robert Menasse ein Standardwerk zur österreichischen Geschichte und Politik seit dem Zweiten Weltkrieg vor - jetzt fragt sich, was zu feiern ist.
"Mit großem Vergnügen" hat Franz Schuh diesen Band mit Essays zu Österreich von Robert Menasse gelesen und er hat sich an der Kombination des Untertitels von "Pathos und Ironie" herzlich gefreut. Während der österreichische "Mainstream" versuche, wie der Rezensent glaubt, Menasse "mundtot" zu machen, könne der Autor für sich beanspruchen, das heute als veraltet geltende "Model des Intellektuellen wieder flottzumachen. Bei Menasse ist ein Intellektueller nämlich einer, der den öffentlichen "Konsens" in "Dissens" überführt, so Schuh zustimmend. Die Essays reagieren auf aktuelle Anlässe, sind aber auch Ergebnis "kontinuierlicher Nachdenklichkeit", stellt der Rezensent fest, der in der alle Lebensbereiche durchdringenden österreichischen "Sozialpartnerschaft", die Harmonie" anstrebt, ohne die Konflikte zu lösen, eines der Hauptthemen Menasses erkennt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.08.2005
Als "mutig" und "erhellend" würdigt Rezensent Andreas Dorschel diesen Essayband über Österreich, den Robert Menasse vorgelegt hat. Mag die Frage "Was war Österreich" auch naiv anmuten, die Antworten, die Menasse darauf gibt, sind es nach Dorschels Einschätzung definitiv nicht. "Eine vergleichbar erhellende politische Ökonomie der österreichische Nationalität samt der ihr zugehörigen Kultur, nicht zuletzt der Literatur", lobt Dorschel, "ist derzeit nirgends zu erhalten". Menasses Dialektik findet Dorschel schlicht "unwiderstehlich" - egal, ob dieser nun über die fortgesetzte gewinnbringende Umwandlung Österreichs in ein "Ensemble von Kulissen" (Menasse) oder die für Österreich typische "Personalunion von Staatsfeind und Staatskünstler" (ebenfalls Menasse) reflektiere. "Ein scharfer Blick, ein wacher Geist hat diese Rarität hervorgebracht", resümiert der Rezensent über den Band: "Aufklärung über Österreich."
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