Die Edition präsentiert den Elitetheoretiker Robert Michels von einer bislang völlig unbekannten Seite. Der Klassiker der Soziologie beschäftigte sich vor und nach seiner 1911 publizierten Entdeckung des ehernen Gesetzes der Oligarchie in der modernen Parteiorganisation derart intensiv mit den neuen sozialen Bewegungen seiner Zeit, dass man ihn als einen Pionier der Bewegungsforschung kennzeichnen kann. Der Schwerpunkt der Edition liegt dabei auf Michels frühen Schriften zur Arbeiter- und Frauenbewegung sowie zu nationalen Befreiungsbewegungen. Sein dreidimensionaler Begriff der sozialen Frage nimmt die Gegensätze zwischen den einzelnen Klassen, Rassen und Geschlechtern gleichermaßen in den Blick und sieht im Streben nach ökonomischer, sexueller und nationaler Emanzipation die drei wesentlichen sozialen und prinzipiell gleichrangigen Herausforderungen der Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.08.2008
Stefan Breuer begrüßt diesen von Timm Genett herausgegebenen Band, der 22 Essays von Robert Michels versammelt, die den Soziologen und Politikwissenschafter als "Pionier der Erforschung sozialer Bewegungen" zeigen. Im Mittelpunkt sieht er dabei das Verhältnis der Geschlechter, der Klassen und der Nationen. Deutlich wird für ihn, dass Michels ein "wacher und vielfältig interessierter Beobachter seiner Epoche" war. Besonders hebt er die Texte zum Arbeiterinnen- und Kinderschutz, zur Fabrikhygiene, zur Unfallversicherung, zur Bildungspolitik und zum Assoziationswesen hervor und betont das Engagement des Autors für feministische und sozialistische Ziele. Der Band zielt seines Erachtens auch darauf ab, Michels aus einer starren und absoluten Festlegung auf sein Eintreten für den italienischen Faschismus zu lösen.
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