Die Bedingungen, unter denen radikale Protestbewegungen entstehen, sind zentral für die Erklärung sozialen Wandels. Andreas Pettenkofer liefert eine bisher fehlende kritische Gesamtdarstellung der entsprechenden Theorien. Darüber hinaus entwirft er in Anknüpfung an Konzepte der klassischen Religionssoziologie eine Theorie, um die Mechanismen auch des kulturellen Wandels zu erklären, die mit Protestbewegungen verbunden sind. Er ermöglicht damit ein genaueres Verständnis von Protestphänomenen. Zugleich zeigt er, welchen Nutzen die Analyse radikaler Protestbewegungen für die allgemeine sozialtheoretische Diskussion bringt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.07.2010
Als verdienstvollen Versuch, dem Phänomen des radikalen Protests unvoreingenommen auf die Schliche zu kommen, bezeichnet Rolf Wiggershaus das Buch des Soziologen Andreas Pettenkofer. Dass der Autor keine Fallstudien vorlegt, sondern sich an bestehenden Theorien abarbeitet, geht für Wiggershaus in Ordnung. Aufmerksam folgt er zum Beispiel der kritischen Auseinandersetzung des Autors mit Axel Honneths Konzept des Kampfes um Anerkennung als vermeintlicher Grund für Protest bzw. mit Max Weber und Emil Durkheim. Auf den Rezensenten wirken diese Bezugnahmen mitunter ermüdend. Die Ergebnisse erscheinen ihm jedoch oft erfreulich anregend.
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