Die schon lange Zeit von westlichen Medien und Politikern vermutete Verbindung zwischen der DDR und dem internationalen Terrorismus wurde unmittelbar nach dem Mauerfall zu einer traurigen Gewissheit, deren tatsächliches Ausmaß selbst Experten überraschte. Doch der Kampf gegen den Imperialismus und die westliche Welt vereinte, und so unterstützte der SED-Staat nicht nur vermeintlich "fortschrittliche Kräfte" oder "Befreiungsbewegungen" wie die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO), sondern hatte auch Kontakt zu Terrorgrößen wie Wadi Haddad, Abu Daud, Abu Nidal oder dem international gesuchten Top-Terroristen "Carlos". Matthias Bengtson-Krallert beschreibt die engen Kontakte zwischen der DDR-Führung und den Terrorgruppen ihrer Zeit und bezieht dabei auch die Möglichkeiten einer terroristischen Mitverantwortung der DDR bei den West-Berliner Anschlägen auf das französische Kulturzentrum Maison de France (1983) und die Diskothek La Belle (1986) mit ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2017
Hermann Wentker zeigt sich von Matthias Bengtson-Krallerts Studie zum Verhältnis der DDR zum internationalen Terrorismus nicht überzeugt. Der Komplexität der Beziehungen von DDR, PLO und palästinensischen Terrorgruppen wird der Autor mit seiner Neigung, die enge Beziehung zwischen Honecker und Arafat zu betonen, nicht gerecht, findet er. Tatsächlich entgeht dem Autor oft der politische Zweck des Bündnisses, meint Wentker. Der Wert des anhand von Archivmaterial und SED-Akten erstellten ausführlichen Überblicks über die Beziehungen wird so für den Rezensenten geschmälert. Die vom Autor festgestellte Mitwisserschaft Ost-Berlins an palästinensischen Terrorakten wie dem Attentat auf die Diskothek La Belle ist für Wentker auch keine Neuigkeit.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…