Aus dem Englischen von Axel Henrici. "Plötzlich kreuzte ein Exemplar des modernen deutschen Heldentums unseren Weg: der Fahrrad-Fascho. Pinkfarbener Helm, orangene Outdoor-Jacke, enge Hose. Man roch, dass er 40 Kilometer durch den Wald gebraust und unterwegs ins Büro war, wo er seine Uniform hemmungslos weiter tragen würde. Als ich hörte, wie der Müllwagen sein Rad zermalmte, huschte ein Lächeln über meine Lippen. Bissig, humorvoll und fast ohne Vorurteile berichtet Roger Boyes von Eigenarten des deutschen Alltags, von Liebesabenteuern mit germanischen Frauen und anderen denkwürdigen Erlebnissen in einem wahrlich exotischen Land.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.01.2007
Kein gutes Haar lässt Rezensent Alexander Menden an diesem Buch des Berliner "Times"-Korrespondenten Roger Boyes. Der Titel des Buchs lässt ihn an eine Sammlung von mehr oder weniger originellen humorvollen Beobachtungen aus der Berliner Republik denken. Doch weit gefehlt! Denn das Buch entpuppt sich für Menden als eine "Art schwachbrüstiger Bildungsroman". Wobei er anmerkt, dass nicht die Entwicklung, sondern die Stagnation des Protagonisten, der unverkennbare Ähnlichkeiten mit dem Autor aufweist, im Mittelpunkt steht. Das gesamte Buch erinnert ihn dank der vielen albernen und haarsträubenden Motive stark an Tom Sharpes "reaktionäre Gesellschaftsfarcen". Statt genauer Milieustudien findet er darin vor allem "Klischeepflege", besonders im Blick auf das weibliche Personal des Romans. Unangenehm berührt Menden dabei der sich "verschmitzt" gebende frauenfeindliche Tonfall des Autors. Auch über die "plumpe" Verknüpfung der Handlungsstränge ärgert er sich. Sein säuerliches Fazit: "Die reiche Geschichte deutsch-britischer Missverständnisse ist mit diesem Buch um ein unerfreuliches, aber letztlich auch unbedeutendes Kapitel erweitert worden."
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