Gisep Fluri versinkt in Melancholie, nachdem sein leichtsinniger Sohn Domenic nach einem Streit spurlos verschwindet und kurz darauf seine Frau stirbt. Abends sitzt er im Gasthaus und trinkt Cognac, den er sich gar nicht leisten kann. Lemm, der Wirt und Gemeindepräsident schreibt an. Als Gisep Fluri stirbt, hinterlässt er seinem Sohn Chasper ein überschuldetes Heimwesen, das Lemm bereits als seines betrachtet. Chasper versucht, Geld aufzutreiben, er will in dem alten Haus der Familie bleiben. Johanna, seine große Liebe, die inzwischen mit einem anderen Mann verlobt ist, will ihm helfen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.03.2010
Sehr eingenommen zeigt sich Roman Bucheli von Oscar Peers Erzählung "Das alte Haus", die nun in einer zweisprachigen Ausgabe vorliegt. Die Geschichte um den Bergbauern Chasper, der nach dem Tod seines Vaters, von Schulden erdrückt und von Einsamkeit zermürbt, versucht, sein windschiefes Haus zu retten und darüber mehr und mehr aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen wird, spielt für den Rezensenten zwar in einer ländlich-archaischen Gesellschaft Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Konflikte und Nöte, die Peer darstellt, scheinen ihm aber "zeit- und ortlos". Er attestiert dem Autor, einfühlsam, zugleich aber "unsentimental und nüchtern" zu erzählen. Mit besonderem Lob bedenkt er die Fähigkeit Peers, die großen Daseinsfragen in die "Welt seiner Geschichten" zu verwandeln und an Figuren sichtbar zu machen, "die von solcherlei Konflikten keinen subtilen Begriff haben".
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