Rosemarie Killius

Frauen für die Front

Gespräche mit Wehrmachtshelferinnen
Cover: Frauen für die Front
Militzke Verlag, Leipzig 2003
ISBN 9783861892960
Gebunden, 190 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Eine halbe Million deutscher Frauen zog im Gefolge der Wehrmacht in den Zweiten Weltkrieg. Ob als "Blitzmädchen" bei der Fernmeldetruppe, Hilfskanoniere an der Flak oder Bürokräfte im Stabdienst wurden sie in ganz Europa eingesetzt. Einige von ihnen hofften auf das große Abenteuer, andere wiederum folgten stolz dem Aufruf, "einen Soldaten für die Front frei zu machen". Sie wollten helfen, den Krieg zu gewinnen. Nach dem Ende des "Dritten Reiches" herrschte sowohl bei den Überlebenden als auch in der Forschung Schweigen über diesen Lebensabschnitt. Die Enttäuschung darüber, einem verbrecherischen Regime gedient zu haben, konnten viele ehemalige Wehrmachtshelferinnen nicht verarbeiten. So verdrängten sie die belastenden Erinnerungen. Rosemarie Killius gelingt es, die Frauen auf subtile Weise zum Sprechen zu bringen, so dass bewegende Schicksale sichtbar werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.12.2003

In diesem Band von Rosemarie Killius erzählen viele Frauen, berichtet Sirku Plötner, "mit mädchenhaftem Stolz von der 'schicken' Uniform", die die Nachrichtenhelferinnen der Wehrmacht trugen. Sie gehörten zu etwa einer halben Million Frauen, die, wie man erfährt, ab 1939 als ebensolche oder als Stabs-, Flak- und Luftwaffenhelferinnen in allen Teilen Europas für die Wehrmacht tätig waren. Dass die Geschichte dieser Frauen von der historischen Forschung bislang kaum beachtet wurde, findet die Rezensentin erstaunlich. Und so lobt sie zunächst als Verdienst des Buches, auf ein Defizit der Forschung aufmerksam zu machen; und auch, dass das Material, das Killius hier "zu Tage gefördert" hat, durchaus "spannende Aspekte" berge. Im gleichen Atemzug bemängelt sie allerdings, dass Killius diese Interviews nicht mit den Methoden der Oral History kritisch zu interpretieren und zu rahmen versucht hat; insbesondere, weil es sich hier um Texte handele, in deren Entstehung der Befrager stark eingegriffen hat. Auf diese Weise, so die Rezensentin, würden die Texte nun in der Luft schweben, von den vorausgeschickten Worten der Herausgeberin bleibe nur "ein etwas fahler, pädagogischer Nachgeschmack". Und in der kurzen Einleitung von Margarete Mitscherlich würden "psychoanalytische Kategorien aus den siebziger Jahren" anklingen, die heute "etwas fragwürdig erscheinen".

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