Hans-Ulrich von Oertzen stand im Zentrum der Verschwörung gegen Hitler, ist aber bis heute nahezu unbekannt. Dabei schrieb er im September 1943 mit dem späteren Attentäter Stauffenberg die wichtigen "Walküre"-Befehle für den Tag X, half Sprengstoff zu besorgen und inspizierte im Juli 1944 von Berlin aus die Einsatzbereitschaft von Truppen. Am 20. Juli 1944 war der neunundzwanzigjährige Oertzen für den wichtigen Wehrkreis Berlin eingeteilt worden. Vom Sitz des Wehrkreiskommandos am Hohenzollerndamm aus kümmerte er sich um die Übergabe von Befehlen und griff bei Problemen ein. Nach dem misslungenen Attentat auf Hitler wurde der Major festgehalten. Die erste Vernehmung ergab zunächst keinen Hinweis auf eine Mittäterschaft, bis am nächsten Morgen seine wahre Rolle durch einen unglücklichen Zufall ans Licht kam. Oertzen rief noch einmal seine Frau an. Dann steckte er sich eine zuvor deponierte Gewehrsprenggranate in den Mund und zog ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2005
Auch 61 Jahre nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler weiß man über die "Helden in der zweiten Reihe" erstaunlich wenig, merkt der "rab" zeichnende Rezensent an. Der Offizier Hans-Ulrich von Oertzen, der an den Vorbereitungen des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt war, etwa ist bis heute nahezu unbekannt geblieben. Erfreut zeigt sich der Rezensent daher über Lars-Broder Keils Buch über Oertzen. Dieses ist nach Ansicht des Rezensent geeignet, "würdig" an den Widerstandskämpfer zu erinnern, hat Keil doch eine "eindrucksvolle Auszüge" aus den vielen Briefen Oertzens an seine Verlobte und spätere Frau sowie Berichte der bis zum Attentat auf Hitler völlig ahnungslosen Witwe und anderer Zeitzeugen hat Lars- zusammengestellt.
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