Aus dem Englischen von Ilse Rothfuss. Fanny Stevenson war eine bemerkenswerte Frau: keine ausgesprochene Schönheit, aber mit unbändiger Energie, furchtlos und abenteuerlustig, pragmatisch und widersprüchlich. Sie war über zehn Jahre älter als ihr Mann, der ewig kränkelnde Schriftsteller Robert Louis Stevenson, und beide ergänzten sich in ihrer unkonventionellen Art. 1890 stach die beiden auf einem Frachtschiff in See in der Hoffnung Linderung für den kranken Stevenson zu finden. Mit guter Beobachtungsgabe, Freude am Detail und auch viel Sarkasmus schildert Fanny Stevenson die Inselwelt des Südpazifiks in Zeiten des Umbruchs: In Gestalt der Missionare, der Kolonisten und Sklavenjäger bricht die Moderne massiv in die traditionelle Welt ein. Zugleich aber erleben die unerschrockenen Stevensons immer wieder offenherzige Gastfreundschaft und bekommen tiefe Einblicke in das Leben der Insulaner, genießen Natur und Köstlichkeiten der Tropen. Ein einzigartiger Reisebericht aus einer untergegangenen Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2006
"Mrs. Robert Louis Stevenson" hieß eigentlich Fanny Vandegrift und war, wie Nico Bleutge erzählt, die Tochter eines Immobilienhändlers in Indianapolis. Nach ihrer Trennung von ihrem ersten Mann zog sie mit ihren Kindern nach Europa, in eine Künstlerkolonie nahe Paris, wo sie Robert Louis Stevenson kennen lernte. Mit ihm zog es sie immer wieder in die Südsee, nach Samoa, Manihiki oder zu den Gilbertinseln. Was den Rezensenten an ihren Tagebuchaufzeichnungen so fesselt, ist ihr unverstellter Blick auf die Pazifik-Inseln. Frei von allen Klischees liefert sie Skizzen, "momenthaft-schweifend". Und im Gegensatz zu ihrem Mann, bemerkt Bleutge, verzichte sie ganz auf wissenschaftliche Exkurse, sondern setze ganz auf ihre Erfahrung. Sehr gut gefallen habe Bleutge auch die abgebildeten Fotografien von Inselbewohnern, Händlern und Missionaren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.10.2005
Hilal Sezgin kommt das von Roslyn Jolly herausgegebene Tagebuch von Fanny Stevenson gerade gelegen, um aus anderer Perspektive mehr darüber zu erfahren, warum die Stevensons fünf Jahre auf Samoa verbracht haben. Alexander Capus spekuliert in seinem Buch "Reisen im Licht der Sterne", dass ein Schatz die widerstrebende Fanny in die Tropen gelockt hätte. Aus ihren Aufzeichnungen erfährt die Rezensentin nun nicht nur "Anekdoten und Details" des Aufenthalts über Übernachtungen auf Deck, chinesische Köche und getrocknete Haifischflossen, sondern auch mehr über den Charakter von Fanny Stevenson, die anscheinend mehr Abenteuergeist versprühte, als es ihr Capus und auch der Gatte in seinen Aufzeichnungen zugestehen wollen. Als Bonus macht Hilal Sezgin auf "einige schöne Landschaftsschilderungen" aufmerksam, die man dann mit denen von Robert Louis Stevenson vergleichen könne.
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