Mit Fotos. 1895, fünf Jahre bevor West-Samoa deutsche Kolonie wurde, besuchte der elegante Abenteurer Otto Ehrenfried Ehlers diese Inseln. Anreisend über Australien, dessen deutsche Einwanderer er zunächst in seiner deutschtümelnden Art einer genauen Inspektion unterzieht, landet er unter den Klängen der "Wacht am Rhein" in einem Paradies, das er abschließend unbedingt zur Inbesitznahme empfiehlt. Bis zu diesem Ergebnis beschreibt Ehlers nicht nur detailliert sachliche Umstände, die seinen Bericht zu einem wichtigen Zeitdokument machen - mit seinem pointiert spleenigen Witz verschafft er dem Leser auch das Vergnügen, trotz seiner deutschen Überheblichkeit, seines krassen Chauvinismus und seiner snobistischen Selbstsorge immer wieder herzlich über ihn lachen zu können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.05.2008
Freudig begrüßt Hilmar Klute diese Ausgabe von Otto Ehrenfried Ehlers' Reisebericht "Samoa - Perle der Südsee" von 1895, der seinerzeit überaus populär war. Erstaunt hat ihn, wie unterhaltsam dieses Buch des snobistischen Preußen Ehlers doch ist. Schließlich handelt es sich bei dem Autor seines Erachtens um einen Chauvinisten und "reaktionären Schnösel", der von der Schönheit Samoas und der Liebenswürdigkeit seiner Bewohner schwärmt, zugleich aber von Hochmut und Rassismus geprägt ist. Er verweist auf die große Wirkung des Buchs, das mit seiner ebenso deutschnationalen wie europakritischen "Samoa-Euphorie" die deutsche Kolonialpolitik merklich beeinflusst habe. Besonders amüsant findet Klute die beißende Kritik an europäischen Bürgern, denen er in der Südsee begegnet.
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