Böhlau Verlag, Wien - Köln - Weimar 2026
ISBN
9783412535001 Gebunden, 414 Seiten, 59,00
EUR
Klappentext
Der Speyerer Historiker Rudolf Morsey (1927-2024) war eine der prägenden Figuren der Zeitgeschichtsforschung. Aus einem NS-resistenten katholischen Umfeld kommend, erlebte er Krieg, Gefangenschaft und Nachkriegsnot. Er studierte in Münster Geschichte und habilitierte sich in Bonn mit einer Untersuchung über die Zentrumspartei und war über 60 Jahre ein ungemein produktiver Wissenschaftler. Zu seinem Forschungsschwerpunkt, dem Spannungsfeld von politischem Katholizismus, Zentrum und CDU, verfasste er zahlreiche Abhandlungen und gab eine Reihe von Editionen heraus. Zudem war er einer der einflussreichsten deutschen Wissenschaftsorganisatoren. In seinen Erinnerungen berichtet er sehr persönlich über seinen Lebensweg und scheut auch nicht vor klaren Urteilen zurück. Ergänzt ist das Werk mit Bildmaterial aus seinem Leben sowie seinem Schriftenverzeichnis.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2026
Rezensent Hans-Christof Kraus freut sich darüber, dass das Erinnerungsbuch Rudolf Morseys ein "echter Morsey" geworden ist. Denn wie stets schreibt der 2024 verstorbene Morsey "schnörkellos, direkt, sachlich und nüchtern", in diesem Fall über seinen eigenen Werdegang. Es geht um Morseys Jugend im Nationalsozialismus, von dessen Ideologie er sich, wie seine religiös geprägte Familie, fern gehalten hatte; sowie um seine akademische Karriere, im Verlauf derer er sich unter anderem mit dem Katholizismus und der Entwicklung der Unionsparteien im Nachkriegsdeutschland beschäftigte. Die Passagen über die eigene Studienzeit bei Lehrern wie Albert Schöne gefallen Kraus besonders gut. Morsey war vor allem in der Forschung aktiv und kaum von seinem Schreibtisch loszueisen. Sein Erinnerungsbuch ist laut Rezensent eine starke, exemplarische Autobiographie eines Forschers der Nachkriegszeit.
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