Nachdem im ersten Band sein Wirken für das Erzbistum Köln und für die Kirche in Deutschland in den Kriegs- und Nachkriegsjahren dargestellt wurde, befaßt sich der zweite Band mit den letzten fünfzehn Bischofsjahren, in denen der Schwerpunkt seines Einsatzes in weltkirchlichen Initiativen lag. Zehn Jahre vor dem II. Vatikanischen Konzil hatte Frings erkannt, daß ein Bischof nicht nur für seine Diözese, sondern in Zusammenarbeit mit dem Papst für die Weltkirche Verantwortung trägt. Aus dieser Einsicht ließ der Kardinal sich durch seinen Generalvikar Joseph Teusch 1954 zu der Partnerschaft der Erzdiözesen Köln und Tokio anregen, die ein weltkirchliches Pilotprojekt war und der römischen Genehmigung bedurfte. Vor dem 40. Jahrestag des Konzilsabschlusses am 8. Dezember 1965 wird mit dem zweiten Band der Frings-Biographie nicht nur eine umfassende Darstellung dieses Einsatzes von Kardinal Frings, sondern ebenso der Einwirkung der deutschsprachigen Bischöfe auf das Konzilsgeschehen geboten
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2005
Rezensent Patrick Bahners betrachtet diesen zweiten Band von Norbert Trippens Biografie über Josef Kardinal Frings primär unter einem Aspekt: der Zusammenarbeit von Kardinal Frings und seinem Berater Joseph Ratzinger, dem neuen Papst Benedikt XVI. Über die Qualität von Trippens Buch erfährt man von Bahners bedauerlicherweise so gut wie nichts. Immerhin hebt er hervor, dass es das Buch erlaube, das "folgenreiche Zusammenwirken" von Frings und Ratzinger nachzuvollziehen. Und eben dies unternimmt dann auch Bahners. Er akzentuiert die Rolle des jungen Theologieprofessor Ratzingers in den sechziger Jahren und insbesondere während der zweiten Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils. Hier fungierte Ratzinger nicht nur als Redenschreiber für Frings, sondern war auch an der Begründung des Bekenntnisses der Kirche zur Religionsfreiheit beteiligt, durch das sich das Zweite Vaticanum in spektakulärer Weise vom ersten abwandte.
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