Aus dem Englischen von Gisbert Haefs. "Bewundernswert und verschwiegen hat er sich bis zum Ende immer wieder erneuert", schrieb Borges über die letzten Erzählungen von Kipling, der Meistererzähler, dessen Werk immer noch im Schatten des "Dschungelbuchs" steht. Kurz nach dem Tod seines Sohnes geschrieben, bieten seine letzten Geschichten das dunkel-leuchtende psychologische Porträt eines inneren Schmerzes und den Ausweg aus dem Labyrinth. Seine aus dem Leben geschnittenen Helden überschritten bis zuletzt jede Grenze.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.04.2015
Rudyard Kipling hat sich nie richtig etablieren können im Literaturbertieb, und in den Augen von Rezensentin Judith von Sternburg spricht einiges für die These des Übersetzers Gisbert Haefs, dass sich der Betrieb nicht für Kipling interessierte, weil sich auch der Autor nicht für den Betrieb interessierte. Und wenn, dann schrieb er eine böse satirische Erzählung wie "Missbrauchter Morgen". Sternburg imponiert das. Wie sie in diesem Band mit späten Erzählungen erstmals auf Deutsch nachlesen kann, gerät Kiplings Erzählen mal drastisch, mal brachial, nicht immer sympathisch, aber nie auf einen Zweck gerichtet und deshalb unglaublich souverän.
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