Herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Gisbert Haefs. Wie das Kamel zu seinem Höcker kam, wie der Elefant seinen Rüssel kriegte, das Nashorn seine faltige Haut und der Leopard seine Flecken all das und noch viel mehr erfahren wir in Rudyard Kiplings witzigen Vorlese-Geschichten, die auf jeden kleinen und großen Nachttisch gehören.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2011
Rezensent Markus Gasser holt weit aus, um Rudyard Kipling, nachdem man ihn zum jüngsten Literatur-Nobelpreisträger bis heute gemacht und später als faschistoiden Imperialisten gebrandmarkt hat, eine umfassende Ehrenrettung angedeihen zu lassen. Der Rezensent taucht in die bewegte Biografie des Schriftstellers ein, diskutiert umstrittene Äußerungen, die sich unter Gassers kritischem Auge doch als gänzlich aus dem Zusammenhang gerissen und gar nicht so böse lesen und wendet sich schließlich kurz seinen "Genau-so-Geschichten" zu. Kipling hatte seiner Tochter Josephine vor dem Schlafengehen diese Geschichten erzählt, die originelle Erklärungen für den Höcker des Kamels, die Flecken des Leoparden oder die Erfindung der Schrift bieten, lässt Gasser wissen. Mit diesen Erzählungen vom Weltenanfang wird Kipling selbst zum Schöpfer, der Gott "zu Hilfe eilt" bei der Schaffung der Welt, meint der hingerissene Rezensent.
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