Ruth Herzberg

Die aktuelle Situation

Cover: Die aktuelle Situation
Mikrotext Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783948631222
Kartoniert, 248 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Wir dachten, sie ist vorbei, "die aktuelle Situation", doch Corona bringt uns erst jetzt wirklich an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Ruth Herzberg schreibt an diesem Rand entlang, als alleinerziehende Mutter zweier Kinder, als verzweifelte Liebhaberin und als prekäre Berliner Bohemienne, in einem Furor, der die Erstickungsgefahr durch Lachen und Schreien befreit. Die tagebuchartige Textsammlung ist zugleich Selbstdarstellung, Bekenntnis, Revenge Porn, Wutanfall, Gesprächsangebot, Kriegserklärung, Anklage, leichte Unterhaltung, Soap Opera, Essay, Überlebensratgeber, Geisterbeschwörung, Verweigerung jeglichen Gehorsams und verstärkte Maßnahme gegen die verstärkten Maßnahmen. Die aktuelle Situation ist außerdem die Fortsetzung von Ruth Herzbergs erfolgreichem Roman "Wie man mit einem Mann unglücklich wird, inklusive Einkäufen mit Handschuhen, steigenden Bitcoin-Kursen, geschlossenen Grenzen, Begegnungen mit selbsternannten Gurus, Home Schooling-Erleuchtungen, Neuen Normalitäten, Permanent Vacation Feelings, Spirit Animals als letzter Rettung, - und immer wieder zu viel Liebe und zu wenig Sex oder umgekehrt."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.09.2022

Rezensent René Hamann steigt mit einer Überlegung zur Demisexualität in seine Kritik ein, die Ruth Herzberg für sich beansprucht: Für ihn ist diese Begrifflichkeit ein wenig albern, heißt sie doch, dass man sich sexuell von Menschen hingezogen fühlt, die einen emotional berühren. Für Hamann ist das normal. Herzbergs Buch findete r dennoch ziemlich unterhaltsam. Auch, wenn ihm die Themen Liebe und Sexualität schon aus einem früheren Buch der Autorin bekannt sind, freut er sich über jede Menge "hintersinnige Sentenzen", die die Autorin seitenweise zu Leben, Liebe, Sex und Lockdown einbaut. Dass sie dabei keine ihrer Figuren schont, kann Hamann verschmerzen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.08.2022

Rezensentin Christiane Lutz vermisst Handlung und Originalität in Ruth Herzbergs Roman, den sie eher für ein Tagebuch hält. Eine Geschichte wird nicht erzählt, erklärt sie. Die Protagonistin kämpft sich mit schlaglichtartigen Beobachtungen durch Kindererziehung und Dates im Lockdown. Die Rezensentin kann dem wenig Neues abgewinnen und mutmaßt mit einem gewissen Überdruss, dass es für eine künstlerische Aufarbeitung dieser Art vielleicht noch zu früh ist.
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