Im Winter 1945 flieht Ursel mit ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihrer neugeborenen Tochter von Niederschlesien nach Süddeutschland. Inmitten ständiger Bedrohung durch Kälte, Hunger, Soldaten übernimmt sie als junge Frau Verantwortung für ihre Familie. Dora, das Mädchen aus Elfi Conrads erfolgreichem ersten Roman "Schneeflocken wie Feuer", ist gerade erst geboren worden. Drei Frauen fliehen mit dem Baby in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs westwärts: Doras Mutter Ursel, deren Schwester Kathi und die Großmutter Margarete. In ihrem zweiten Roman zeigt Elfi Conrad, wie Frauen ihre Körperlichkeit einsetzen (müssen), um aus der gesellschaftlichen Machtlosigkeit herauszukommen. Aufgrund der politischen Situation sind sie dabei ständig mit ihrer jeweils unterschiedlichen Einstellung gegenüber Hitlerdeutschland konfrontiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2025
Durchaus interessiert, aber nicht ganz glücklich liest Rezensentin Emilia Kröger diesen Roman, in dem Elfi Conrad von den Erinnerungen ihrer Mutter Ursula erzählt. Im Januar 1945 flieht die 22-Jährige mit ihrem Baby Dora, ihrer Mutter Margarete und der 15-jährigen Schwester Katharina aus Trebnitz in Schlesien über ein Lager in Böhmen nach Deutschland, erfahren wir: Die drei Frauen kämpfen ums Überleben, auch die Schuld und das Schweigen unter den Nationalsozialisten spielt eine Rolle - wobei Ursulas ungebrochene "Führer-Verliebtheit" den größten Raum einnimmt. Darauf, dass auch Baby Dora zu Wort kommt, hätte die Kritikerin verzichten können. Ein paar Sätze mehr hätten diesem extrem "verdichteten" Roman hingegen gut getan, räumt die Rezensentin ein: So aber erscheinen ihr die Figuren nur skizziert und das nach wie vor relevante Thema nicht ausreichend bearbeitet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.02.2025
Rezensentin Stephanie von Oppen liest mit Elfi Conrads neuem Roman die Geschichte einer Familie, deren weibliche Angehörige im Winter 1945 aus Niederschlesien fliehen müssen. Ursel flieht mit ihrer Mutter Margarete, ihrer Schwester Kathi und ihrer Tochter Doral. Für alle findet Conrad einen eigenen, einfühlsamen Ton, für die sexuellen Übergriffe, die materielle Not und die desillusionierende Erfahrung des verlorenen Krieges, lobt Oppen. Sie freut sich, dass der Zusammenhalt zwischen den Frauen trotz allem so stark ist.
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