Aus dem Amerikanischen von Eva Riekert. "Sonne hatte schon immer wunderliche Anwandlungen gehabt, aber ich war so daran gewöhnt, dass sie mir ganz normal erschienen ?" Ruth White schildert das Leben eines schizophrenen Mädchens in seiner Spannung zwischen Hell und Dunkel, Freude und Trauer, Oberfläche und Tiefgründigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2002
Das "Problembuch" ist in Missgunst geraten, bemerkt die Rezensentin Christina Thurner, und das aufgrund des "Voyeurismus", der sich oftmals hinter vorgetäuschter Anteilnahme und Aufklärungsabsicht verberge. In einer Doppelbesprechung geht die Rezensentin auf zwei amerikanische Romane ein, die eine willkommene Ausnahme dazu bilden, da sie "äußerst differenziert und erzählerisch feinfühlig" an den "Umgang mit Psychosen" herangehen, ohne den Blick ausschließlich auf die Probleme zu lenken. Ruth White, so die Rezensentin, beschreibt in einer Ich-Erzählung, wie die dreizehnjährige Protagonistin und ihr Vater von der aufkeimenden Schizophrenie der Schwester überrascht werden und Trauer darüber empfinden, wie der Umgang damit zum "schwierigen Alltag" wird, bis sich beide von der Situation überfordert fühlen und die Schwester schließlich in ein Heim schicken müssen. Der Rezensentin hat gefallen, wie White die Bewältigungsstrategien des Umfeldes beschreibt, das dann doch letztlich an seine Grenzen stößt.
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