Aus dem Englischen von Tanja Handels. Alice, die verarmte und gehörlose, immer heitere Mutter von Prinz Philip, Schwiegermutter von Queen Elizabeth II., liebte das Leben und Gott auf eine gesteigerte sinnliche Weise, die in ihrem Umfeld Entsetzen auslöste. Sigmund Freud diagnostizierte bei ihr Schizophrenie, in den 1930er Jahren wurde sie weggesperrt. In der Zwischenzeit heirateten ihre Töchter hochrangige Nazis in Deutschland, der einzige Sohn und zukünftige Königsvater wuchs mutterlos in England auf. Alice' Heiterkeit blieb ungebrochen. Sie ist das Familienmitglied, auf das die Königsfamilie heute am stolzesten sein kann. Dieser Roman erzählt von einer Prinzessin, deren Leben keinen Stoff für Märchen abgibt. Aber die politische Dringlichkeit ihres unvorhersagbaren Handelns und ihr grimmiger Humor sind unwiderstehlich.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.10.2025
Dass Irene Dische sich gerne eigenwillig-verrückte Figuren aussucht, über die sie schreibt, kennt Rezensentin Elke Schlinsog schon, in ihrem neuen Roman ist es Prinzessin Alice von Battenberg, die Großmutter von Charles III. Ihr Leben ist nicht nur durch Kriege und Revolutionen geformt, sondern auch durch einen ausgeprägten Sexualtrieb, den sie in religiöser Ekstase mit Gott auslebt und der dafür sorgt, dass man sie mit einer Schizophrenie-Diagnose zwei Jahre in die Psychiatrie sperrt, erfahren wir. Dische lässt Alice in einem Monolog selbst berichten, schwung- und humorvoll, abenteuerlustig und angesichts ihrer Lebensleistung auch sehr beeindruckend: Die Prinzessin ist zwar für verrückt erklärt worden, hat sich aber durchgekämpft und gen Ende ihres Lebens noch eine Suppenküche aufgemacht, wurde aber von ihrer Familie weitgehend in den Schatten gedrängt. Von dem Buch jedenfalls ist Schlinsog ganz begeistert.
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