Unbehagen und Ehrfurcht flößt uns Deutschen der neue zur Schau gestellte Reichtum russischer Geschäftsleute ein. Russland, vor zwanzig Jahren noch auf Lebensmittelhilfe aus dem Westen angewiesen, ist zu neuer Macht auferstanden. Sabine Adler zeigt, wie sich das Land verändert hat. Sie porträtiert die ehemaligen beziehungsweise amtierenden Präsidenten Gorbatschow, Jelzin, Putin und Medwedjew, denen sie oft begegnet ist. Sie stellt aber auch Michail Chodorkowski sowie Menschenrechtler vor, die dem Kreml unermüdlich die Stirn bieten. Sie beschreibt den neuen Nationalismus und zeigt, wie die Menschen heute in Beslan oder Grosny leben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.10.2011
Mit Gewinn hat Jörg Himmelreich dieses Buch der ARD-Korrespondentin Sabine Adler gelesen, die einen Blick hinter Putins Kulisse der potenten Weltmacht wirft. Einiges hat der Rezensent hier erfahren können über die marode Infrastruktur, das geringe Lebensniveau und typischen Geistehaltungen in der russischen Bevölkerung. Gelesen hat Himmelreich hier aber auch, dass trotz aller Mängel das System Putin kaum an Beliebtheit eingebüßt hat.
Diese Frau weiß definitiv worüber sie schreibt, meint Rezensentin Katharina Granzin nach der Lektüre der unter dem Titel "Russisches Roulette" versammelten Reportagen der Rundfunkjournalistin Sabine Adler. Egal, ob sie von Rentierzüchtern nördlich des Polarkreises berichte, die Knochensucher von Wolgograd besuche oder ihre Enttäuschung über das Treffen mit Michail Gorbatschow beschreibe, den sie als inzwischen doch verbitterten, alten Mann kennenlernte, immer sei die tiefe Vertrautheit mit dem Land spürbar, welches die Autorin bereits zu Zeiten der Sowjetunion bereist habe. Allerdings muss die Rezensentin gestehen, dass sie sich jenseits der in kurzen, schnörkellosen Sätzen gehaltenen Momentbeschreibungen ein wenig mehr reflektierende Schilderungen oder tiefer gehende politische Analysen gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz bleiben Adlers Reportagen aber sehr lesenswert, so die Kritikerin.
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