Der Krieg in Tschetschenien werde geführt, um den dort um sich greifenden Terror zu bekämpfen, der die Sicherheit der russischen Bevölkerung bedrohe. So lautet die amtliche Standardversion. Litwinenko und Felshtinsky treten ihr entschieden entgegen. Ihre Hauptthese: Die blutigen Bombenanschläge auf Wohnhäuser, Schulen und Discos in Moskau und anderen Städten waren nicht das Werk radikaler Separatisten aus einer aufmüpfigen Republik, sondern wurden vom russischen Geheimdienst inszeniert mit dem Ziel, seine Macht zu bewahren und auszubauen. Eine Verschwörungsfantasie? Ein Hirngespinst? Das behaupten offizielle Verlautbarungen, aber die Tatsachen widersetzen sich allen Beschwichtigungsversuchen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007
Ziemlich finster findet Werner Adam dieses Buch über die Machenschaften der russischen Geheimdienste. Er erinnert an die Vergiftung eines der beiden Autoren, Alexander Litwinenko, im November 2006 in London, für den ein ehemaliger FSB-Agent verantwortlich sein soll. Dank des in Amerika lebenden russischen Historiker Yuri Felshtinsky liegen die Aufzeichnungen des Ermordeten über die Geheimdienstaktivitäten des FSB nun in einer aktualisierten Fassung vor. Die Anschuldigungen, die gegenüber dem russischen Geheimdienst und dessen ehemaligen Chef Putin erhoben werden, scheinen Adam "erschreckend". Der FSB soll zum Beispiel die Sprengstoffanschläge auf Moskauer Wohnhäuser 1999 inszeniert haben, um sie den Tschetschenen anzulasten und einen Vorwand für den zweiten Krieg gegen die anbtrünnige Kaukasus-Republik zu schaffen. Adam äußert sich hierüber zurückhaltend, ohne die Darstellung freilich in Frage zu stellen. Bei einem weiteren Fall, bei dem ein tödlicher Anschlag verhindert werden konnte, hält er die Beteiligung der Geheimdienste für erwiesen. Er bescheinigt den Autoren, die Ereignisse akribisch aufzurollen und die Widersprüche der FSB-Führung vor Augen zu führen. Auch wenn das Buch in Adams Augen nicht hundertprozentig objektiv ist, hält er es insgesamt für sehr glaubwürdig.
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