Mit Fotos. Diese Studie bietet einen systematischen Vergleich der psychiatrischen Anstaltsfürsorge in der SBZ/DDR und in der Bundesrepublik während der ersten beiden Nachkriegsjahrzehnte. Am Beispiel Westfalens und Brandenburgs beschreibt Sabine Hanrath bislang kaum bekannte Parallelen und Wechselbezüge zwischen der Psychiatrie in Ost- und Westdeutschland. Gerade mit Blick auf diesen durch die NS-Verbrechen besonders diskreditierten Bereich staatlicher Gesundheitspolitik stellt sich eindringlich die Frage nach Kontinuität und Wandel, nach Tradition und Neubeginn unter den Bedingungen der "Zusammenbruchgesellschaft" und des Kalten Krieges.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2003
Während es inzwischen zahlreiche Studien zur Geschichte der deutschen Psychiatrie zwischen 1933 und 1945 gibt, wurde die Nachkriegsgeschichte der Psychiatrie bislang kaum untersucht. Das hat sich nun geändert. Als "Meilenstein" auf diesen Gebiet würdigt Rezensent Robert Jütte die eben erschienene Dissertation von Sabine Hanrath, die die beiden ersten Jahrzehnte der Anstaltspsychiatrie sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland beleuchtet. "Eindrucksvoll" belegt Hanrath nach Ansicht Jüttes darin am Beispiel zweier Anstalten in Westfalen und Brandenburg, dass das Kriegsende zwar eine Zäsur, aber keinesfalls eine "Stunde Null" bedeutete - in keiner der beiden Anstalten kam es nach 1945 zu einem radikalen Neuanfang, Kontinuität herrschte sowohl im personellen also auch im therapeutischen Bereich. Jütte hebt hervor, dass Hanrath jedoch Unterschiede in der Vergangenheitsbewältigung nach 1945 feststellt: Während in der SBZ und späteren DDR im Rahmen der antifaschistischen Traditionsbildung der Krankenmord im Dritten Reich durchaus Gegenstand von Erörterungen in der psychiatrischen Fachpresse war, vermieden westdeutsche Fachzeitschriften dieses Thema.
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