Der hier vorgelegte Band legt den Fokus ganz dezidiert auf das Tier als Gegenstand und vor allem als Medium der geistigen Erfassung von Welt und Mensch durch den mittelalterlichen Menschen. Ziel des interdisziplinär konzipierten Bandes ist es zu zeigen, wie das Tier in maßgeblichen mittelalterlichen Diskursen (Religion und Wissenschaft, Jagdalltag und Wappenwesen, Literatur und Kunst) zum Medium der Erkenntnis und Vergegenwärtigung, der Strukturierung und Ordnung sowie der Deutung und Bewältigung von Welt wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2009
Durchaus aufschlussreich findet Michael Borgolte diesen von Sabine Obermaier herausgebenen Band, der Beiträge über Tiere und Fabelwesen im Mittelalter versammelt. Der aus einer Ringvorlesung zum Thema hervorgegangene Sammelband wirkt auf ihn zwar nachträglich ein wenig aufgeblasen, tortzdem staunt er, wie instruktiv einige Beiträge auf die Frage antworten, "wie das Tier in maßgeblichen mittelalterlichen Diskursen zum Medium der Erkenntnis und Vergegenwärtigung, der Strukturierung und Ordnung sowie der Deutung und Bewältigung der Welt wird". Besonders hebt er Andreas Lehnardts Untersuchung von Texten der jüdischen Tradition hervor, in denen die mythischen Urwesen Leviathan und Behemoth zur Weltdeutung herangezogen werden. Lobend erwähnt er zudem Henryk Anzulewicz' Analyse des tierkundlichen Werks "De animalibus" des Philosophen Albertus Magnus.
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