Said

Außenhaut Binnenträume

Gedichte
Cover: Außenhaut Binnenträume
C.H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406493157
Broschiert, 98 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Die Sprache, die Liebe, die Einsamkeit - und der Tod, vor dem alles fragwürdig wird und der sich zu oft schon im Leben eingenistet hat, die deutsche Sprache, die nicht die Muttersprache ist, aber zur Heimat wurde, die Liebe der Körper und die Sprache, in der sie sagbar ist, die Einsamkeit, die gefüllt sein kann oder eine Niederlage, wenn der Tod recht behält: Das sind die Motive, um die SAID?s neue Gedichte kreisen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003

Eigentlich, so Nico Bleutge bei der kurzen Besprechung des Lyrikbandes, findet man in den Gedichten sämtliche "Schlüsselworte", die man von einem "poetischen Erotomanen" erwartet, und damit, so scheint es, wäre der Rezensent auch ganz zufrieden gewesen. Aber leider, so Bleutge enttäuscht, wollen diese Verse mehr, als nur der "Sinnlichkeit verpflichtet" sein. Dadurch würde sich der Autor niemals ganz auf die "erotische Valeurs der Wörter einlassen", meint der Rezensent kritisch, der dem Autor zudem auch noch ein paar "scheußliche Genitivmetaphern" vorwirft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2003

So leidenschaftlich und so "leibhaftig" wie Said, schwärmt Rezensent Wulf Segebrecht, schreibt in Deutschland sonst niemand über die Liebe. Said dichte über alles, was ihm - von Kopf bis Fuß - unter die Augen komme: Haut und Haar, Augen, Mund, Zunge, Brüste, Hüften und Schenkel. Ein wahrer Genuss also. Für den Rezensenten gewinnt Saids Sinnlichkeit Kraft vor allem aus seiner Zwiespältigkeit: Im Hinblick auf die Geliebte sei er immer direkt und zupackend, im Hinblick auf die Liebenden jedoch schwarzgallig-melancholisch. Denn nicht nur die Lust, auch der Tod sei in Saids Gedichten gegenwärtig. Wer sich allerdings Persisch-Exotisches erhofft, wird von Segebrecht enttäuscht. Said, meint dieser, ist ein durch und durch deutscher Dichter, wie unter anderem an der "Konzentration auf den eigenen After ... das Sperma und die nassen Bettlaken" zu erkennen sei.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2002

In ihrer Besprechung vergleicht die Rezensentin Angela Schader, "Sei Nacht zu mir", einen Gedichtband, den der Autor 1998 veröffentlichte, mit dem neuen Band "Aussenhaut Binnenträume. Der Duktus des neuen Bandes, verrät die Rezensentin, sei der selbe, den der Leser schon von dem früheren Band kenne: Zwischen den Gedichten ließen sich Bezüge erahnen, "die einen quas erzählerischen Zusammenhang nahe legen". Allerdings sei der neue Band kompakter und zugänglicher, was vielleicht am größeren Umfang liege, "vielleicht aber auch an der noch intensiveren Intimität, der stets mit äußerster Knappheit formulierten Texte". Sie lobt Saids Texte, die "ins Ohr der Geliebten gesprochen, "wohl genossen und verstanden" werden - die sich aber auch " gelegentlich zu einer Zeugenschaft genötigt fühlen, die ihnen eigentlich nicht zusteht".
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