Warum in die Politik gehen, wo man doch in der Wirtschaft so viel mehr verdienen kann? Warum die Ochsentour auf sich nehmen, wo doch andernorts so viel schneller Karriere zu machen ist? Warum sich von früh bis spät der Häme der Medien aussetzen, wo doch das Mediengeschäft selbst voller Verlockungen ist? Unter der Gesprächsleitung der TV-Journalistin Sandra Maischberger beantwortet Altbundeskanzler Helmut Schmidt die Fragen junger Leute rund um das Thema Politik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2002
Der frühere Bundeskanzler ist für seine Scharfzüngigkeit berühmt gewesen, und etwas davon - altersmilder nur - muss auch in diesem Interviewband zu spüren sein, den Gregor Schöllgen als sehr informativ und persönlich preist. Im Mittelpunkt stehe zwar die Politik, schreibt Schöllgen, aber Schmidt gewähre durchaus persönliche Einblicke in sein Privat- und Berufsleben. Etwa dass er nur zwei politische Ämter gerne ausgeübt habe: das des Innensenators in Hamburg und den Fraktionsvorsitz. Das imponiert Schöllgen: Bundeskanzler? Nie wieder! Aber das pure Pflichtbewusstsein allein kann Schmidt nicht zur Übernahme der ungeliebten Ämter getrieben haben, vermutet Schöllgen. Schmidts Gesprächspartnerin Sandra Maischberger lasse da auch leichte Zweifel durchblicken. Ihr gelinge es immerhin, Schmidt zu relativ offenherzigen Aussagen über Willi Brandt zu motivieren, über dessen Qualitäten als Kanzler er sich wiederum ausschweige. Auch die anderen Vorgänger und Nachfolger Schmidts werden diskutiert - in Punkto Schroeder, so der Rezensent: beredtes Schweigen.
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