Die ausgewählten Texte, in einem Zeitraum von über sechzig Jahren entstanden, schlagen den Bogen von den frühen Nachkriegsjahren über die langwierige Diskussion um die Errichtung einer europäischen Wirtschafts- und Währungsunion bis zur gegenwärtigen Krise. Sich zu Europa bekennen, hieß für Helmut Schmidt immer auch, Opfer zu bringen - und den Bürgern den Sinn dieser Opfer zu erklären. Heute fehlt es vielfach an Verständnis dafür, dass die europäische Integration zu den wichtigsten Interessen der Bundesrepublik gehört, die Stimmung droht zu kippen. Das Zusammenwachsen der Völker Europas war aber von Anfang an ein Geben und Nehmen, und diejenigen, die über die Jahre am meisten davon profitierten, waren wir Deutsche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2014
Gregor Schöllgen kann nur staunen, wie lange das alles her ist. Wenn er die in diesem Band versammelten Reden und Aufsätze des Altkanzlers Helmut Schmidt liest, namentlich die aus Schmidts Kanzlerzeit 1974-1982, und sich Schmidts Aufruf zu einer möglichst raschen Konsolidierung Europas vor Augen führt, kann er mit Schmidt feststellen, dass es zu diesem schnellen Handeln wahrlich nicht gekommen ist. Festellen kann er allerdings auch, welche Bedeutung die Etablierung der EWS und der Nato-Doppelbeschluss haben und wie groß also der Verdienst des Altkanzlers in mancher Hinsicht ist. Schmidts ebenfalls im Band enthaltener Rückblick scheint Schöllgen wiederum eher sorgenvoll.
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