Nora, die einsame Tochter eines jugoslawischen Emigranten und einer Schweizerin, die Selbstmord beging, liebt Männer, Wodka und Sex. Um zu vergessen, lebt sie intensiv und trinkt sich dabei fast zu Tode. Sie begibt sich auf die abenteuerliche Suche nach einer Heimat und findet diese nicht an Orten oder bei Menschen, sondern in der französischen Sprache. Schnell, beinahe atemlos liest man sich durch ihre Mails, die das Bild einer wilden und verletzten Frau entstehen lassen. Einer Frau, deren Alltag provokant und spannend geschildert wird und deren Suche nach Liebe und Heimat schmerzhaft vor Augen führt, wie man in einer vertrauten Kultur fremd bleiben kann. Die Autorin entwirft in "Noras Mails" die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, die sich ihren Ängsten stellt. Sandrine Fabbri, deren aus dem Französischen übersetzter Roman "Dieses endlose Schweigen" 2011 im Lenos Verlag erschien, schreibt hier erstmals in deutscher Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2013
Sehr angestrengt ist Rezensentin Sibylle Birrer diesem E-Mail-Roman einer delirierenden Existenz gefolgt. Die Hauptfigur, eine Frau Anfang vierzig, trinkt bis zum Umfällen, schläft sich durch fremde Betten, kreist um sich selbst in einem desperaten Aktivismus. Gier und Leere, statt Liebe und Schönheit. Geradezu erleichtert ist Birrer, als dem "manischen Exzess" die Depression folgt und die Frau in der Psychiatrie landet. Da die Autorin ihren Stoff aber weder sprachlich noch formal beherrscht, kann Birrer den Roman eigentlich nur so desolat finden wie die Hauptfigur.
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