Eine Frau Anfang fünfzig, Autorin mehrerer Romane und Journalistin, gerät in eine Schaffenskrise. Dies und die Liebe zu ihrer heranwachsenden Tochter, die im Begriff ist, sich von ihr zu lösen, zwingt sie, über die Stationen ihres Lebens nachzudenken. Die erwachsene Frau reflektiert die Beziehung zu ihrer Mutter und erinnert sich an das artige kleine Mädchen, das sie - im Gegensatz zu ihrer selbstbewussten Tochter - einmal war.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2000
Mit großer Sympathie spricht Michael Wirth über diesen Band, der bereits 1980 auf französisch, 1982 erstmals auf deutsch erschienen ist und nun bei Lenos neu aufgelegt wurde. Z?Graggen beschäftige sich hier mit den gleichen Themen wie in ihren meisten Romanen, nämlich mit ?der Tragik und Komik, Melancholie und Ironie weiblicher Lebensentwürfe?. Wirth macht in diesen Aufzeichnungen zwei wesentliche Schwerpunkte aus: Zum einen Z`Graggens schwieriges, von Verlassenheitsängsten geprägtes Verhältnis zum Vater, der seiner Tochter, besonders während der Wirtschaftskrise, mit einer Mischung von Kälte, Hilflosigkeit und Distanz begegnet ist. Zum anderen spielt der Wunsch der Autorin, bei ihrer eigenen Tochter alles besser zu machen - mit der Folge, dass sie sie mit ihrer Mutterliebe förmlich erstickt - eine tragende Rolle. Dabei gelingt es der Autorin, so der Rezensent, mit ihrer ?einfachen, zeitlosen Sprache? nicht nur im privaten Bereich gegen das Vergessen anzukämpfen, sondern auch hinsichtlich der gesellschaftlichen Umstände ihrer Zeit.
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