Rose-Marie Pagnard

Judiths Vermächtnis

Erzählung
Cover: Judiths Vermächtnis
Lenos Verlag, Basel 2002
ISBN 9783857873331
Gebunden, 107 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Markus Hediger. Nach einem erneuten Selbstmordversuch ihrer Schwester gerät die zwanzigjährige Ich-Erzählerin in eine existentielle Krise. Angst und Schuldgefühle plagen sie, nachts hat sie Alpträume und selbst tagsüber im Musikhaus, wo sie arbeitet, führt sie imaginäre Gespräche mit der jüngeren Schwester. Als sie Judith Steinberg kennenlernt, betritt sie eine für sie neue Welt. Die extravagante, lebensfreudige alte Dame, eine ehemalige Pianistin, kümmert sich fürsorglich um die musikbegeisterte junge Frau, nimmt sie mit an Konzerte, lädt sie in ihre Villa ein, führt sie zum Abendessen aus. Doch die innige Beziehung zu der 87-Jährigen zerbricht beinahe, als Judith ihrer Protegee eröffnet, dass sie todkrank ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.12.2002

Es sei höchste Zeit gewesen, findet Hubertus von Gemmingen, dass die Romane und Erzählungen der Westschweizerin Rose-Marie Pagnard ins Deutsche übersetzt werden, Reputation habe die in Les Breuleux im Kanton Jura lebende Autorin nämlich genug, hat sie doch, weiß der Rezensent, 1999 den Schillerpreis erhalten. "Judiths Vermächtnis" nun, berichtet Gemmingen, ist bereits 1993 im Original unter dem Titel "La lecon de Judith" erschienen und leider im Titel etwas unglücklich und "weniger anspielungsreich" ins Deutsche übersetzt worden. Erzählt wird, informiert der Rezensent, die Geschichte einer Freundschaft zwischen einer 87-jährigen früheren Konzertpianistin und einer namenlosen Ich-Erzählerin, über deren gemeinsame Gespräche über Leben, Tod und die Musik. Dafür habe die Autorin, staunt Gemmingen, einen "musikalischen" Erzählstil gewählt, der ihn mal an Debussy, mal an Satie erinnert. So viel "melodische Stimmigkeit" ins Deutsche zu übertragen, ist nicht leicht, weiß der Rezensent und erkennt an, dass es Übersetzer Markus Hediger "mehrheitlich" geglückt sei, sensibel, einfühlsam und phantasiereich diese Aufgabe zu bewältigen.

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