Herausgegeben und aus dem Altgriechischen übersetzt von Anton Bierl. Lieder mit Sprengstoff - so sahen es die Philologen im 19. Jahrhundert: eine Frau, die andere Frauen liebt und die noch dazu in politische Ränkespiele involviert ist. Heute ist es nicht mehr nötig, Sappho und ihre Liebeslyrik von einem vermeintlichen Makel reinzuwaschen. Anton Bierl findet einen erfrischend neuen Zugang. Er hat alle Lied-Fragmente zusammengeführt und zeigt, worum es im verlorenen Kontext jeweils gegangen sein mag. Und so erhellen seine ausführlichen Anmerkungen und sein Nachwort, was man über Sappho - die erste und nahezu einzige Dichterin der Antike -, ihre Familie, ihre Lebenswelt auf der griechischen Insel Lesbos um das Jahr 600 v. Chr., ihre Rolle in ihrem Clan und die Beziehung zu den Mädchen in ihrem Kreis weiß. Erste vollständige Edition nach den spektakulären neuen Papyrusfunden mit deutscher Übersetzung!
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.04.2021
Rezensent Thomas Ribi ist gerührt angesichts der Sappho zugeschriebenen Lieder in der von Anton Bierl übersetzten und herausgegebenen Sammlung. Der Unvollständigkeit der überlieferten Liedtexte zum Trotz bieten ihm Bierls "einfühlsame" Übertragung und seine Kommentare einen faszinierenden Eindruck von den Themen der antiken Lieder, ihrem Sinn und Zweck in der Erziehung junger Frauen und ihrer Bedeutung in der Entwicklung weiblichen Selbstverständnisses. Die Ausgabe versammelt laut Ribi erstmals alle bekannten Fragmente der Lieder.
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