Herausgegeben und aus dem Altgriechischen übersetzt von Kurt Steinmann. In jedem noch so tapferen Soldaten steckt ein Mensch, der nicht nur Mut kennt, sondern auch die nackte Angst, der sich nicht nur von Beherrschtheit leiten lässt, sondern auch von Liebe - und von enttäuschter Liebe. Archilochos ist dafür das Paradebeispiel. Er lebte im 7. Jahrhundert v. Chr. als Krieger. Und als Dichter, ja, er war der erste Dichter, der aus seiner ganz persönlichen Sicht schrieb: über das Hier und Jetzt, nicht über eine mythische Vergangenheit wie Homer. Seine Zeilen wirken unmittelbar - und ehrlich. Und sie lassen den Leser einen Blick erhaschen auf diese turbulente, von der griechischen Expansion geprägte Epoche: die Archaik.Kurt Steinmann hat für diese zweisprachige Ausgabe die eindrücklichsten Fragmente ausgewählt und übersetzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2021
Rezensent Ulf von Rauchhaupt genießt die Gedichte des Archilochos in der preisgünstigen zweisprachigen Ausgabe von Kurt Steinmann. Steinmanns originalorientierte, "schnörkellose" Prosaübertragung hat für den Rezensenten genug lyrische Momente. Steinmanns thematische Ordnung der teils "lebensklugen" Texte über das unheroische Soldatendasein, die Liebe, die individuelle Wut lädt den Rezensenten ein zur kursorischen Lektüre. Die Bedeutung dieses antiken Dichters leuchtet Rauchhaupt so unmittelbar ein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2021
Rezensent Thomas Ribi freut sich über die Gedichte von Archilochos von Paros, dem ersten bekannten griechischen Dichter. Vermutlich in der Mitte des 7. Jahrhunderts vor Christus schrieb er seinen ersten lyrischen Text, einer von vielen, der nicht nur von dem stark ausgeprägten Selbstbewusstsein des dichterischen Soldaten zeugt, sondern auch den Beginn von Hassdichtungen markiert, in denen er mal seinen Feinden das Schlimmste wünscht und dann wieder der aristokratischen Gesellschaft den Spiegel vor das Gesicht hält, erklärt Ribi. Die unausgeschmückte Übersetzung ins Deutsche vom Altertumswissenschaftler Kurt Steinmann findet der Rezensent schön gelungen und gut heranführend an die Dicht- und Denkweise von Archilochos. Aber er warnt, ebenso wie es der Dichter auf metonymischer Ebene tut: "das ist Literatur mit Anspruch".
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