Matthias Sindelar war einer der besten österreichischen Fußballer aller Zeiten. Seine hagere Gestalt brachte dem Star des Wunderteams in der Zwischenkriegszeit den Spitznamen "Der Papierene" ein. Der Zeichner und Illustrator Sascha Dreier beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Fußball-Legende. Und er präsentiert jetzt dessen packende Biografie in Form einer Graphic Novel. Gezeichnete Zeitgeschichte: Massenhysterie, Fußball und Aufstieg der NS-Ideologie. Band 1 bringt die Ereignisse bis zum Ende des Jahres 1933, Band 2 erscheint im Herbst 2010.
Grundsätzlich begrüßenswert, im Detail aber eher enttäuschend findet Markus Völker diese "graphic novel" über den legendären österreichischen Fußballstar der 30er Jahre. Denn Leben und Mythos dieses widersprüchlichen Sportlers bieten aus Völkers Sicht einen spannenden Stoff. Allerdings fällt die Bildergeschichte für seinen Geschmack dann mitunter arg schematisch aus, angefangen mit den wenig differenziert oder fast karikaturhaft gezeichneten Figuren bis hin zur Witzarmut der trockenen Sprechblasen. Da hofft der Kritiker dann, dass es im versprochenen zweiten Band besser wird.
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