Sebastian Barry

Tage ohne Ende

Roman
Cover: Tage ohne Ende
Steidl Verlag, Göttingen 2018
ISBN 9783958295186
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Thomas McNulty und sein Freund John Cole sind gerade 17 Jahre alt, als ihre Karriere als Tanzmädchen in einem Saloon für Bergarbeiter ein natürliches Ende findet. Für den 'miesesten Lohn aller miesesten Löhne' verdingen sie sich bei der Armee und sind fortan unzertrennlich in Kriegsgeschäften unterwegs. Angst kennen beide nicht, dafür haben sie schon zu viel erlebt. Sie wissen: 'wenn's um Gemetzel und Hungersnot geht, darum, ob wir leben oder sterben sollen, schert das die Welt nicht im Geringsten. Bei so vielen Menschen hat die Welt es nicht nötig.' Thomas ist vor dem 'Großen Hunger' aus Irland geflohen, hat die Überfahrt und die Fieberhütten in Kanada überlebt, sich bis nach Missouri durchgeschlagen. Wie ein irischer Simplicissimus stolpert er durch das Grauen der Feldzüge gegen die Indianer und des amerikanischen Bürgerkriegs - davon und von seiner großen Liebe erzählt er mit unerhörter Selbstverständlichkeit und berührender Offenheit. In all dem Horror findet Thomas mit John und seiner Adoptivtochter Winona sein Glück. Er bleibt ein Optimist, ganz gleich unter welchen Umständen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.02.2019

Sehr beeindruckt zeigt sich Jörg Häntzschel von Sebastian Barrys Frontier-Roman "Tage ohne Ende". Die Geschichte zweier schwuler Desperados, die bei der Armee anheuern und auf den Great Plains gegen Indianer kämpfen, erschüttert den Rezensenten vor allem durch ihre sprachliche Brillanz. Diese beruht zum einen auf der glaubhaften Einfühlung in die sinnliche Erfahrungswelt der 20-jährigen Protagonisten, zum anderen auf dem frischen Blick aus räumlicher und zeitlicher Distanz des Iren Sebastian Barry, erläutert Häntzschel und hebt auch die überzeugende Übersetzung durch Hans-Christian Oeser hervor. Reich an Grausamkeiten und Abgründen vermittelt der Roman dem Rezensenten die "verstörende Schönheit und Schrecklichkeit der amerikanischen Weite".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.09.2018

Mit der Entscheidung, in seinem Western "Tage ohne Ende" zwei ineinander verliebte Soldaten zu beschreiben, die zu den ersten Einwanderern Amerikas zählen, hat Sebastian Barry geschickt die Ambivalenz des Soldatenlebens herausgearbeitet, erklärt Rezensent Thomas Schäfer: Auf der einen Seite fühle man wie ein Mensch, während man auf der anderen unmenschlich töte. Außerdem hat der Roman laut Schäfer eine politische Ebene: Der Sarkasmus, mit dem Barry seinen Ich-Erzähler Thomas auf sein gespaltenes Leben reagieren lässt, zeigt sich nämlich auch in den heutigen USA, stellt der Rezensent fest.

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