Die vorliegende Arbeit stellt die erste umfassende, quellennahe Analyse des Deutschen Flottenvereins von 1898 bis 1934 dar, dem größten nationalen Propagandaverein im Wilhelminischen Kaiserreich. Im Mittelpunkt dieser kulturgeschichtlichen Untersuchung stehen die Fragen nach politischen Mentalitäten und nationaler Symbolik, Partizipationsmöglichkeiten Einzelner sowie Kontinuitäten über historische Zäsuren hinweg. Sie analysiert erstmals die Inhalte, Formen und Auswirkungen des Navalismus im wilhelminischen Bürgertum, der hier analog zum Militarismus als mentales Phänomen verstanden wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2015
Hans Ehlert erfährt aus der Studie des Historikers Sebastian Diziol, wie sich der Deutsche Flottenverein von seiner Gründung an entwickelte und welche Rolle er kriegstechnisch und politisch spielte. Als Ausdruck von Nationalismus und Weltmachtgedanken stellt ihn der Autor unter Verwendung eines neuen Navalismusbegriffs dar, so Ehlert. Der chronologisch wie systematisch organisierte erstmalige Gesamtüberblick überzeugt den Rezensenten durch eine breite Quellengrundlage, ausgewogene Bilanzierungen und großen Detailreichtum. Für Ehlert ein wichtiger Beitrag zur Marine- und Militärgeschichte im deutschen Kaiserreich, der allenfalls etwas Straffung nötig gehabt hätte.
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