Eine Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen
Carl Hanser Verlag, München 2026
ISBN
9783446285996 Gebunden, 224 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Mit einem Vorwort von Karl Schlögel. Sebastian Haffner über die deutsch-russischen Beziehungen. Haffner erzählt eine verwickelte Geschichte voller Widersprüche, die mit der Unterstützung der bolschewistischen Revolution durch das kaiserliche Deutschland beginnt und 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer endet. Wenn ein kurzfristiger Vorteil lockte, waren beide Seiten zu jeder Prinzipienlosigkeit bereit. Folgten die deutsch-russischen Beziehungen bis in die jüngste Zeit diesem Muster? In seinem ausführlichen Nachwort zeigt der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel, dass Haffners Einschätzungen auch heute noch gültig sind. 1968 zum ersten Mal erschienen, lange Jahre nur in einer verkürzten Ausgabe erhältlich, ist dieses Buch bis heute von beklemmender Aktualität.
Rezensent Thomas Schmid empfiehlt die Wiederentdeckung dieses Buches, in dem sich Sebastian Haffner 1968 den deutsch-Russischen Beziehungen seit 1917 widmet. Keineswegs allerdings, weil Haffner hier zeitlose Wahrheiten verkündet. Ganz im Gegenteil interessiert sich Schmid für die zeitgebundenen Aspekte dieser Schrift, die auf einer Stern-Kolumne Haffners basiert. Der Autor spürt der gegenseitigen Faszination von Deutschland und Russland nach und kommt dabei auf einige interessante historische Konstellationen zu sprechen - etwa wenn es darum geht, wie das Deutsche Kaiserreich Lenin förderte, in der Hoffnung, damit Russland zu schwächen. Als intim beschreibt Haffner die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, was im Zweiten Weltkrieg freilich in einen von Haffner schonungslos beschriebenen Vernichtungsfeldzug kippt. Mit Hitler geht der Autor hart ins Gericht, Stalin hingegen kommt nicht allzu schlecht weg, außerdem schreibt Haffner über Osteuropa mehr oder weniger als Verfügungsmasse zwischen den beiden entscheidenden Mächten. Solchen heute nicht mehr haltbaren Gedanken zum Trotz hat der Autor ein relevantes, stilistisch herausragendes Buch geschrieben, das die Beziehung zwischen Deutschland und Russland als Tragödie erzählt, findet der Kritiker.
Was die Nazis anging, war Sebastian Haffner ein Prophet, das gleiche kann man leider in Bezug auf Stalin und Lenin nicht sagen, lernt Welt-Autor Thomas Schmid bei der Lektüre von Haffners neu aufgelegtem Buch "Der Teufelspakt" (das auf einer Stern-Serie des Jahres 1968 beruht). Schmid lobt zwar, dass Haffner damals die Zentralität der deutsch-russischen Beziehungen erkennt und darlegt. Und es sei ein Verdienst des Buchs, "dass es erstmals unmissverständlich die ungeheure Barbarei des deutschen Russlandfeldzuges herausarbeitet. Er war ein Vernichtungskrieg, der darauf zielte, die Russen zu einem 'staatenlosen Helotenvolk' zu machen. Es mag auch dieses - für Haffner untypische - Mitgefühl sein, das Haffner dazu bewegte, auf Stalin fast milde und nachsichtig zu blicken. Er spricht es nicht aus, es wird aber deutlich, Hitler ist für ihn, wie er schreibt, ein Träumer. Ein Versager, der mit seiner fixen Idee von der Schaffung eines östlichen Kolonialreichs Deutschland zerstört und dessen Teilung verantwortet. Stalin dagegen ist für ihn ein kühler, aufmerksamer Stratege. Schon an Lenin lobt Haffner dessen asketisch-strenge Art, seine 'übermenschliche Demut'. Er bewundert, dass Lenin über Jahrzehnte hinweg auf völlig aussichtslosem Posten und gegen seine Mitstreiter am Ziel der Revolution festhielt." Unser Resümee
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