Elf politische Texte Musils aus den Jahren 1933 bis 1935 und Kommentare dazu, die Musils Selbstverständnis und seine Existenzängste als Schriftsteller demonstrieren. Zwei Reden und ein Essay sowie die zugehörigen Texte, die bisher noch nie im Zusammenhang und im Hinblick auf Musils Selbstverständnis als Schriftsteller analysiert wurden, bilden das Rückgrat dieser Darstellung. Sie dokumentieren Musils Reaktionen auf die politischen Veränderungen in den 1930er Jahren und die daraus resultierenden persönlichen Konsequenzen, sein Nachdenken über seine Rolle als Schriftsteller und seine Anstrengungen, sich über die Funktion der Literatur im Angesicht der Diktaturen von links und rechts klar zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2007
Rezensent Franz Haas begrüßt Klaus Amanns "brillante Studie" über Robert Musil und die Politik, die endgültig die in der Germanistik weit verbreitete Legende vom "unpolitischen Autor" Musil widerlege. Neben den überzeugenden Analysen von Musils politischen Schriften hebt er besonders die neu edierten, zum Teil unveröffentlichten Dokumenten aus dem Nachlass hervor. Er unterstreicht, dass Musil um das Missverständnis wusste, das auf einen Pariser Vortrag zurückging, in dem er sich als unpolitisch bezeichnet hatte, was, wie Amann klarstellt, für ihn gleichbedeutend mit "unabhängig" war. Den analysierten Texten entnimmt Amann in seiner Studie, dass Musil einen ausgeprägten Sinn fürs Politische hatte, sich aber von keiner Seiten vereinnahmen ließ, berichtet der Rezensent.
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